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IT-Jahresrückblick: Weichen für Digitalisierung gestellt

Der IT-Dreijahresplan, der Breitbandausbau und Open Data waren 2016 wichtige Schritte auf dem Weg der Digitalisierung.

Mit SD 2020 gibt LRin Deeg die Marschroute für die digitale Entwicklung vor./LPA rm

"2016 haben wir wichtige Weichen gestellt, um die Digitalisierung in Südtirol voranzutreiben, nun geht es darum, den Rohbau fertig zu stellen. Es ist ein Prozess, der aktiv begleitet werden muss, aber viele konkrete Beispiele zeigen, dass es funktionieren kann und der digitale Wandel Vorteile für unsere Land, die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen bringt." So kommentiert IT-Landesrätin Waltraud Deeg die Entwicklungen im IT-Bereich im abgelaufenen Jahr.  

SD 2020 und IT-Dreijahresplan

Den Fahrplan für die digitale Entwicklung Südtirols gibt das Strategiepapier Südtirol Digital 2020 vor. Neu war heuer die Verabschiedung eines IT-Dreijahresplanes, den eine behördenübergreifende Steuerungsgruppe  bestehend aus Landesverwaltung, Gemeindenverband, Region Trentino-Südtirol und Südtiroler Sanitätsbetrieb (der sog. IT-Governance Board) ausgearbeitet hat und der konkrete Schritte für eine einheitliche Entwicklung der öffentlichen Verwaltung im Bereich Informationstechnik vorgibt. Ein Eckpfeiler ist hier das Bürgerkonto als zentraler Zu- und Ausgangspunkt zu allen Informationen der öffentlichen Verwaltung. "Es ist unser Anliegen, mit allen wichtigen Akteuren im öffentlichen Bereich, aber auch mit der Privatwirtschaft zusammenzuarbeiten, damit wir eine für alle gewinnbringende Entwicklung im IT-Bereich vorantreiben können", bemerkt Landesrätin Deeg.

Digitalisierung schreitet voran

So wurde 2016 ein Arbeitstisch mit der Wirtschaft eingerichtet, aber auch ein Arbeitstisch zur digitalen Bildung, um konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen auszuarbeiten. Auch gab es einen eigenen Arbeitstisch für Senioren, denn – so Deeg – "wir wollen alle auf dem Weg der Digitalisierung mitnehmen, auch jene Menschen, die keinen unmittelbaren Zugang dazu haben".  Derzeit sind mehr als 95 Prozent der 16- bis 34-Jährigen Internetnutzer, 96,1 Prozent der Unternehmen verfügen über eine Breitbandverbindung und jeder dritte Internetznutzer verwendet das Netz, um Informationen auf den Seiten der öffentlichen Verwaltung zu suchen. Für IT-Landesrätin Waltraud Deeg weisen diese am 18. März 2016 vom Landesinstitut ASTAT veröffentlichten Daten darauf hin, "dass der digitale Wandel in Südtirol spürbar ist und die digitale Entwicklung voranschreitet". Konkrete Beispiele aus dem "Südtiroler Alltag" untermauern dies.

Innovative Lösungen mit Open Data

So betreibt die Firma Peer GmbH in Bozen Urlaubsportale für den Alpenraum und bietet Web-Marketing-Lösungen für den Tourismus an. Dafür macht sie sich offene Datensätze, wie "OpenStreetMap" und die offenen Daten der SASA zunutze. "Das versetzt uns in die Lage, auf Monopolisten zu verzichten und damit strategische Freiheit, Planungs- und Investitionssicherheit zu haben", sagt Firmenchef Christian Peer. Das IT-Ressort hat im Dezember 2015 ein Open Data Portal online gestellt, das mittlerweile 376 Datensätze umfasst. Dabei wird auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Regionen und Provinzen angestrebt, insbesondere mit dem Trentino. Im  "Open Data Portal Südtirol" bieten derzeit 28 Organisationen (darunter zahlreichen Verwaltungseinheiten des Landes, einzelne Gemeinden wie Bozen und Meran, Eurac Research, SASA, RAS, die Region Trentino-Südtirol und die SIAG) kostenlos Datensätze zur freien Weiterverwendung an. Seit März 2016 können hier auch die Daten aller Wetterstationen und hydrologischen Stationen des Landes in Echtzeit abgerufen werden.

Wetter app: 350.000 Mal heruntergeladen

Welches Potential die Wetterdaten in sich tragen, zeigt sich an der Wetter app des Landeswetterdienstes, die 2014  entwickelt und mittlerweile 350.000 Mal heruntergeladen wurde. Diese App ermöglicht den Zugriff auf alle 80 Südtiroler Wetterstationen, die nicht nur auf einer Geländekarte, sondern auch in tabellarischer Form dargestellt werden. Hier können der Südtiroler Wetterbericht, das Bergwetter und Bezirkswetterberichte eingesehen werden. Zudem ist es möglich, auf die eigene Gemeinde zugeschnittene Informationen - wie etwa Gewittermeldungen - abzurufen, was der Catores-Bergführer Adam Holzknecht zu schätzen weiß: "Beim Start ein Blick auf die Wetterapp schadet nie, denn bei jeder Bergtour ist es wichtig, das Wetter immer im Auge zu behalten."

Vollgas bei Breitbandausbau

Rund 10,5 Millionen Euro hat die Landesregierung heuer für den Breitbandausbau zur Verfügung gestellt; im September wurde dieser Betrag nochmals um 3,85 Mio. Euro aufgestockt. Damit konnten 133 Telecom-Zentralen ans Landesglasfasernetz abgeschlossen werden. "Im Umkreis der jeweiligen Telecom-Zentrale können dadurch Bandbreiten von 7 bis 20 Megabit je Sekunde gewährleistet werden", erklärt die IT-Landesrätin. Auch die Verlegung der Hauptleitungen aus Glasfaserkabeln durch das Land wurde im Jahr 2016 vorangetrieben. So sind bereits 1.100 Kilometer Hauptleitungen verlegt und 104 Glasfaserknotenpunkte (sog. PoPs) betriebsbereit. 306 öffentliche Einrichtungen  in 46 Gemeinden sind  ans Breitbandnetz angebunden.  Die vom Land bereitgestellten Finanzmittel für den Breitbandausbau werden ergänzt durch EFRE-Gelder, die für die Anbindung einiger Gewerbezonen aufgewendet werden können, ebenso wie durch Mittel des europäischen Landwirtschaftsfonds ELER, der den Ausbau der sogenannten "letzten Meile" des Glasfasernetzes in strukturschwachen Gemeinden ermöglicht. Am 30. August hat die Landesregierung ihre Zusage zu 7 Millionen Euro für den Breitbandausbau in Gewerbegebieten aus dem EFRE-Programm erteilt. Im August wurden auch die technischen Modalitäten und die Finanzierungsbedingungen definiert, nach denen die Breitbandanbindung der Schützhütten gefördert wird. Denn - so Deeg - "es ist ein strategisches Ziel des Landes, durch ein flächendeckendes öffentliches Breitbandnetz für die Peripherie dieselben Entwicklungschancen zu schaffen wie sie in urbanen Räumen gegeben sind".

Vorzeigegemeinden in Sachen Breitbandausbau

Vorzeigegemeinden in Sachen Breitbandausbau im Jahr 2016 waren Deutschnofen, Taisten-Welsberg und Schenna. "Es ist Aufgabe des Landes, die Hauptleitungen und die Glasfaserknotenpunkte zu errichten", so Deeg, "die Verwirklichung der Anschlüsse in der so genannten letzten Meile, das heißt, die Verbindung zu den einzelnen Gebäuden, liegt hingegen bei den Gemeinden".  Klug vorgegangen ist dabei die Gemeinde  Welsberg. Sie hat mit der "Genossenschaft Fernheizwerk Welsberg Niederdorf" eine Konvention abgeschlossen, um mit den Rohren für die Fernwärme auch die Glasfaserkabel zu verlegen. Heuer konnten die Arbeiten erfolgreich abgeschlossen werden. Große Vorteile bringt dies der Firma INOX Design in Welsberg, die Produkte in Edelstahl produziert und weltweit verkauft. Dabei bietet der Betrieb einen Komplettservice für die Kunden an, von der Projektierung und 3-D-Simulation über die Produktion bis hin zum Einbau und der Installation der Edelstahlteile. 25 Mitarbeiter sind im Betrieb beschäftigt. "Schnelles Internet ist für uns unerlässlich, vor allem für das Versenden der 3-D-Pläne", erzählen die Firmenchefs Alex und Günther Taschler.

Die Firma LignoAlp in Deutschnofen wurde am 22. September als erster Betrieb an die neue Glasfaser-Verteilerstation im Rathaus der Gemeinde angeschlossen. Über die Anbindung an das schnelle Internet freute sich insbesondere Walter Capovilla, der Gesellschafter der im Holzbau tätigen Firma, welche Betriebstandorte in Brixen und Deutschnofen hat. "Eine schnelle und stabile Verbindung ist für uns unerlässlich, um die großen Datenmengen von Kunden und Planern bewältigen zu können", sagte er bei der Eröffnung der neuen Verteilerstation. Für den Ausbau des Breitbandnetzes hat die Gemeinde Deutschnofen rund eine Million Euro investiert. Damit haben derzeit rund 50 Betriebe und 30 Haushalte die Möglichkeit, sich an das Glasfasernetz anzuschließen. "Die Verwirklichung eines landesweiten, leistungsfähigen Breitbandnetzes ist und bleibt eine strategische Priorität, als wesentliche Voraussetzung für die Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes", unterstreicht die IT-Landesrätin. "Mit dem diesjährigen Programm haben wir weitere wichtige Schritte gesetzt, die uns diesem Ziel näherbringen."

rm

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