Verfachbücher

Die Bildung der tirolischen Ämter und Gerichte geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie waren zuständig für Rechtspflege, politische Verwaltung, Steuerverwaltung, für das bewaffnete Aufgebot sowie für eine gewisse Selbstverwaltung in wirtschaftlichen Belangen.
Seit dem ausgehenden 15. bzw. dem frühen 16. Jahrhundert wurden bei allen Gerichten Tirols Verfachbücher geführt, in die jene Protokolle bzw. Urkunden eingetragen („verfacht“) wurden, die dazu bestimmt waren, Rechtsänderungen im Besitzstand von Liegenschaften des Gerichtssprengels zu bewirken.
Das Verfachbuch wurde im Regelfall jahrweise durch ein alphabetisches Namensregister der Parteien erschlossen. 1869 werden dem eigentlichen Verfachbuch noch zwei weitere Abteilungen hinzugefügt: die Abteilung zur Eintragung der Grundentlastungs-Kommissions-Erkenntnisse (Verfachbuch II) und die Abteilung zur Einverleibung der Erkenntnisse der Servitutenregulierungskommission und der Regulierungsurkunden (Verfachbuch III). Im Südtiroler Landesarchiv werden die Verfachbuchbestände jener Gerichte verwahrt, deren Sprengel in der heutigen Provinz Bozen liegt.

Verfachbücher Rodeneck-Mühlbach, 1528-1803

Verfachbücher des Gerichtes Rodeneck
Gerichtssprengel: Oberdrittel: Mühlbach, Rodeneck, Schabs, Aicha, Vals, Meransen; Mitteldrittel: Viums, Natz,
Raas, Elvas, Kranebitt; Unterdrittel: Sarns und Albeins (ein Teil von Sarns gehörte zum Hofgericht Brixen,
Albeins links des Sadenbaches bildete das Gericht Albeins unter der Verwaltung des Stadtgerichtes Brixen), St.
Andrä, Afers (St. Georg, St. Jakob, Reiter), Mellaun, Klerant.
1810: Landgericht Rodeneck: Sprengel erweitert mit Niedervintl, Spinges - sämtliche Gemeinden des Unterdrittels werden dem Landgericht Brixen einverleibt;
1811/25: Umbenennung in Landgericht Mühlbach;
1850: dem Bezirksgericht Brixen einverleibt.

Z: 1528-1850
U: 488 Bände; Register: 1817-1850
E: erschlossen

PT

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