Verfachbücher

Die Bildung der tirolischen Ämter und Gerichte geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Sie waren zuständig für Rechtspflege, politische Verwaltung, Steuerverwaltung, für das bewaffnete Aufgebot sowie für eine gewisse Selbstverwaltung in wirtschaftlichen Belangen.
Seit dem ausgehenden 15. bzw. dem frühen 16. Jahrhundert wurden bei allen Gerichten Tirols Verfachbücher geführt, in die jene Protokolle bzw. Urkunden eingetragen („verfacht“) wurden, die dazu bestimmt waren, Rechtsänderungen im Besitzstand von Liegenschaften des Gerichtssprengels zu bewirken.
Das Verfachbuch wurde im Regelfall jahrweise durch ein alphabetisches Namensregister der Parteien erschlossen. 1869 werden dem eigentlichen Verfachbuch noch zwei weitere Abteilungen hinzugefügt: die Abteilung zur Eintragung der Grundentlastungs-Kommissions-Erkenntnisse (Verfachbuch II) und die Abteilung zur Einverleibung der Erkenntnisse der Servitutenregulierungskommission und der Regulierungsurkunden (Verfachbuch III). Im Südtiroler Landesarchiv werden die Verfachbuchbestände jener Gerichte verwahrt, deren Sprengel in der heutigen Provinz Bozen liegt.

Verfachbücher Schlanders, 1519-1958

Verfachbücher des Gerichtes Schlanders
Gerichtssprengel: Dingstatt Schlanders: Schlanders, Kortsch, Allitz, Sonnenberg, Göflan, Nördersberg; Dingstatt Latsch: Latsch, Tartsch, Goldrain, Schanzen, Morter; Dingstatt Laas: Laas, Tschengels, Eyrs
1809-1810: zusammen mit Montani mit dem Landgericht Glurns vereinigt (aber mit eigener Gerichtsschreiberei);
1810: Landgericht Schlanders: Schlanders, Montani, Kastelbell, Schnals;
1817: Landgericht Schlanders: Schlanders und Montani;
1825/26: Landgericht Schlanders: Schlanders, Montani, Kastelbell, Schnals;
1905-1930: s. Gericht Glurns / Prätur Glurns.

Z: 1519-1958
U: 977 Bände; Register: 1817-1939; Tagebücher für Verfachbuch Eingaben: 1898-1958; für die Register der Verfachbücher der Jahre 1930-1934 siehe die Register 1926-1934 des Bezirksgericht Glurns
E: erschlossen

PT

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