Gebäudemodellierung: Mit gemeinsamer Plattform in die Zukunft

Land Südtirol arbeitet intensiv an der verstärkten Nutzung des Building Information Modeling (BIM) - Neue Plattform für öffentliche Bauträger wird bis zum Sommer erworben

BOZEN (LPA). Bis zu 20 Prozent geringere Baukosten, 5 bis 15 Prozent weniger Instandhaltungskosten und 30 Prozent Energieeinsparung: Durch die Verwaltung von Bauwerken mit 3D-Modellen (Building Information Modeling) lässt sich viel Geld einsparen. Das Land Südtirol setzt zunehmend auf diese Möglichkeit und steht vor dem Erwerb einer Plattform, die allen öffentlichen Bauträgern Südtirols als gemeinsame Basis für die Anwendung der Technologie dienen wird. 

Seit dem Jahr 2022 arbeitet die Abteilung Informatik der Landesverwaltung intensiv an der Nutzung der BIM-Methodik. Es handelt sich um die derzeit innovativste Art, Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse von Bauwerken abzuwickeln. Statt, wie derzeit noch häufig üblich, auf Papier oder CAD-Systeme zurückzugreifen, fertigen Architekten und Ingenieure ein 3D-Modell des Bauwerks an, dessen Dateninhalt über alle Lebenszyklen des Gebäudes hinweg kontinuierlich aktualisiert wird. 

"So entsteht ein digitaler Gebäudeakt, der immer auf dem aktuellen Stand ist und der eine Vielzahl an Vorteilen bietet, die wir als öffentliche Verwaltung zunehmend nutzen werden", betont Josef T. Hofer, der Verantwortliche für den digitalen Wandel im Land Südtirol und Direktor der Abteilung Informatik. In Kürze geplant sei der Aufbau eines Kompetenzzentrums, das auf Landesebene Standards in Sachen BIM, Facility Management (FM) und BMS (Building Management Systems) vorgeben werde. 

Indessen schreitet die Implementierung der neuen Technologie voran: "Wir sind derzeit in der Vorbereitung einer Ausschreibung zum Ankauf jener Plattform, die für die gemeinschaftliche Nutzung des BIM notwendig ist", kündigt Ulrich Tirler, Mitglied des BIM4PAB, an. Bewusst habe man sich dafür entschieden, die Ausschreibung für 13 Trägerorganisationen, darunter Gemeindenverband, Südtiroler Transportstrukturen AG, Wohnbauinstitut (WOBI) oder Universität Bozen, abzuwickeln. Letztendlich sei dadurch garantiert, dass die größten Bauträger dieselbe Plattform verwenden und Fachleute der Baubranche ebenfalls nur eine Plattform zu bedienen haben, wenn sie mit der öffentlichen Verwaltung arbeiten. Mit einem Ausschreibungsergebnis ist im Sommer zu rechnen, sodass die neue Plattform mit 2027 in Betrieb gehen könnte. 

"Zentral war im Rahmen der Vorarbeit die Entwicklung des digitalen Gebäudedatenmodells", berichtet Tirler. Dieses bilde die Basis dafür, dass sämtliche Daten und Informationen eines Gebäudes gebündelt an einem Ort abrufbar seien. Eine wesentliche Säule, die bei der Nutzung der BIM-Methodik behilflich sein wird, ist weiters der BIM-Guide. Es handelt sich um einen Leitfaden für Fachpersonen, der jederzeit herangezogen werden kann. 

Die wirtschaftlichen Vorteile des BIM zeigen sich bereits in der Planungsphase, werden aber vor allem in der Instandhaltungsphase der Gebäude offensichtlich, denn das Vorliegen von korrekten Informationen ist bei der zeitgerechten und effizienten Planung von Erhaltungsmaßnahmen besonders wichtig. Beachtlich ist auch die energetische Einsparung, die durch BIM erzielt werden kann: "Wir gehen hier von einer Einsparung von bis zu 30 Prozent aus, die sich durch akkurate Simulationen des Energieverbrauchts und Hinweise auf Energieverluste ergeben", schließt Tirler. BIM werde somit auch die Gebäudewartung und -verwaltung auf eine neue Ebene bringen. 

pir