"Promemoria Auschwitz": 162 junge Menschen nehmen daran teil

Sprachgruppenübergreifendes Projekt zur Erinnerungskultur für Jugendliche aus Südtirol, Tirol und dem Trentino - Landesrat Galateo begleitet die Gruppe

AUSCHWITZ/BOZEN (LPA). Anfang März haben 162 Südtiroler Jugendliche in Begleitung von 18 Betreuerinnen und Betreuern sowie Projektmitarbeitern an "Promemoria Auschwitz: die Reise der Erinnerung" teilgenommen. Die Fahrt ging nach Krakau, wo unter anderem die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besichtigt wurde. 

Das sprachgruppenübergreifende Projekt richtete sich an junge Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren. Jedes Jahr können daran 450 junge Menschen aus Südtirol und dem Bundesland Tirol teilnehmen. Das Projekt wird von Arciragazzi aps, dem AGJD, MeTeAps und Arci Trentino organisiert und von den beiden Ländern finanziell unterstützt. Die Vorbereitung dazu begann im November mit mehreren Vortreffen, bei denen Geschichte und Erinnerung vermittelt wurden. In diesem Jahr gingen 275 Bewerbungen ein - das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. 166 der Bewerberinnen und Bewerber durften am Projekt teilnehmen, 162 traten die Fahrt an.

Landesrat Philipp Achammer, der bei der Verabschiedung der Gruppe dabei war, unterstreicht die Bedeutung des Projekts für die demokratische Bildung junger Menschen: "Der Besuch von Auschwitz macht auf eindringliche Weise sichtbar, wohin Ideologien der Ausgrenzung und Entmenschlichung führen können. Gerade in Zeiten, in denen in Europa wieder über Abschottung, kollektive Schuldzuweisungen oder sogar über 'Remigration' diskutiert wird, ist es umso wichtiger, dass junge Menschen Geschichte verstehen. Erinnerungskultur bedeutet auch, Verantwortung für eine offene und demokratische Gesellschaft zu übernehmen."

Begleitet wurden die jungen Menschen unter anderem von Landesrat Marco Galateo: "An einem Ort wie diesem sagt Schweigen mehr als Worte. Unsere Aufgabe liegt nicht nur darin, Wissen weiterzugeben, sondern auch Erinnerung zu bewahren. Auschwitz zeigt uns, wie weit die Menschheit gehen kann, wenn sie den Wert eines Menschen ausblendet. Wenn ich jedoch sehe, wie diese jungen Menschen zuhören, Fragen stellen, bewegt sind, dann bin ich davon überzeugt, dass Erinnerung auch Verantwortung hervorrufen kann."

tl/ck