An den Ufern des Eisacks: Pegelmessstelle und Infopoint

Pegelmessstation am orografisch linken Ufer des Eisacks in Bozen-Süd nach Erweiterung auf modernsten Standards der Flussbeobachtung – Finanziert aus Europäischem Fonds für regionale Entwicklung EFRE

BOZEN (LPA). Ruhig fließt an diesem Vormittag der Eisack dahin, er schimmert grün und weist damit auf die geologische Beschaffenheit seiner Schwebstoffe hin. Die Pegelmessstation auf der Höhe des Schotterwerks am orografisch linken Ufer des Eisacks in Bozen-Süd steht seit über 20 Jahren dort und wurde seither mehrfach erweitert. "Vor zwei Jahren haben wir mit den Arbeiten zum Ausbau der Pegelmessstation begonnen, ein Jahr später kam die Errichtung des Infopoints auf der gegenüberliegenden Flussseite dazu", berichtet Bauleiter Stefan Ghetta vom Amt für Hydrologie und Stauanlagen in der Agentur für Bevölkerungsschutz.

Vor 23 Jahren erfasste die Messstelle ausschließlich Wasserstand und Wassertemperatur. Im Laufe der Zeit wurde sie schrittweise erweitert; 2009 erfolgte die erste größere Adaptierung: Das Pegelhaus wurde vergrößert, um eine hydrometrische Seilkrananlage zur Durchführung von Abflussmessungen unterzubringen. Seit 2017 wird zudem der Schwebstofftransport überwacht. Der Schwebstofftransport ist ein wichtiger Indikator für den Zustand und die Dynamik von Fließgewässern, da er eng mit Umweltbedingungen, der ökologischen Qualität des Gewässers, der Landnutzung und Hochwasserschutzmaßnahmen verknüpft ist.

Der Schwebstoffanteil im Eisack liegt an diesem Vormittag bei 10 Milligramm pro Liter, bei Hochwasser kann er auf über 40.000 Milligramm pro Liter ansteigen. Diese Werte werden indirekt mittels eines optischen Sensors im Flussbett des Eisacks ermittelt. Um von dieser indirekten Messung auf der tatsächlichen Schwebstoffkonzentration zu schließen, werden an der Messstation auch automatisch Wasserproben entnommen, die im Landeslabor für Wasseranalysen und Chromatographie in der Amba-Alagi-Straße ausgewertet werden.

"Durch die kontinuierlichen Erweiterungen war der Platz im bestehenden Pegelhaus nicht mehr ausreichend, zudem standen außerordentliche Instandhaltungsarbeiten an den tragenden Unterbau des Pegelhauses und der Seilkrananlage an. In diesem Zusammenhang haben wir mit Geldern des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE die Anlage von Grund auf erneuert", erklärt Bauleiter Ghetta.

Auf der orografisch rechten Flussseite lädt ein am Radweg angelegter Infopoint mit Sitzgelegenheit zum Verweilen, Schauen und Lesen ein. Der Eisack, erfährt man da, ist mit seinem Einzugsgebiet und seiner Wasserführung bedeutend größer als die Etsch. Ab dem Jahr 1763 wurde der Zusammenfluss schrittweise nach Süden verlegt, Trennmauern wurden errichtet, um einen Rückstau zu verhindern. Im historischen Kalender Kataster von 1858 ist der Fortschritt der Regulierung des Eisacks ersichtlich, der schmale Streifen zwischen Eisack und Etsch war nicht mehr Auwald, sondern wurde wirtschaftlich genutzt.

An diesem Vormittag fließt der Eisack weiter ruhig dahin. Auch dank des Hochwassermanagements, das durch die Daten der erneuerten Pegelmessstelle ermöglicht wird.

mac