Franz Vittur erhält Auszeichnung "Merit Ladin 2026"
Preisträger war erster ladinischer Schulamtsleiter – Ein Leben im Dienst der ladinischen Schule und Kultur
BOZEN (LPA). Der zweite Träger des Merit Ladin steht fest: Die Expertenjury sprach sich einstimmig für den ehemaligen ladinischen Schulamtsleiter Franz Vittur aus. Die Übergabe der Auszeichnung wird durch den ladinischen Bildungs- und Kulturlandesrat Daniel Alfreider erfolgen.
Die Expertenjury bestand aus André Comploi, Direktor der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion, Irene Prinoth, Direktorin des ladinischen Kulturinstituts Micurá de Rü, Katharina Moling, Direktorin des Museum Ladin Ciastel de Tor, Denni Dorigo, Direktor des Istitut Cultural Ladin Cesa de Jan, sowie Paul Videsott, Leiter der Ladinischen Abteilung der Fakultät für Bildungswissenschaften der Freien Universität Bozen.
In ihrer Begründung hebt die Expertenjury hervor: "Franz Vittur hat als erster ladinischer Schulamtsleiter in einer entscheidenden Phase die Grundlagen für das heutige ladinische Schulwesen geschaffen und weiterentwickelt. Mit Weitblick und Beharrlichkeit prägte er den Aufbau tragfähiger Strukturen und verteidigte mit großer Überzeugungskraft das paritätische Schulmodell, das heute international als beispielhaft für mehrsprachige Bildung gilt. Darüber hinaus hat er sich in vielfältiger Weise für die Stärkung der ladinischen Sprache und Kultur eingesetzt und einen nachhaltigen Beitrag zur Sicherung der ladinischen Minderheitenrechte geleistet.“
Bildungs- und Kulturlandesrat Daniel Alfreider betont: "Franz Vittur mit seiner fast 50-jährigen täglichen Präsenz in den ladinischen Bildungseinrichtungen stellte einen sicheren, festen und kompetenten Bezugspunkt für die gesamte Welt der Bildung und Ausbildung dar. Als inspirierter, fleißiger und offener Mensch suchte Vittur stets den Weg des Dialogs und der Zusammenarbeit, ohne jemals auf die Werte der Ehrlichkeit, Professionalität und Inklusion zu verzichten. Wenn die ladinische Schule heute die Seele und die Garantie für die Identität und Kultur unserer Gemeinschaft ist, gebührt sicherlich Vittur das größte Verdienst, dem ich meinen Dank und meine Bewunderung ausspreche."
"Franz Vittur hat nicht nur in seinen beruflichen und institutionellen Funktionen Maßstäbe gesetzt, sondern auch als Autor und kultureller Impulsgeber zur Sichtbarkeit und Wertschätzung der ladinischen Sprache beigetragen", ergänzt Bildungs- und Kulturdirektor André Comploi: "Die Auszeichnung würdigt sein umfassendes Lebenswerk und soll zugleich Vorbild und Ansporn für das Engagement im Dienste der ladinischen Bildung, Sprache und Kultur sein."
Die Auszeichnung Merit Ladin wird Franz Vittur in Form einer repräsentativen Urkunde durch das Land Südtirol offiziell überreicht. Parallel dazu hat der Südtiroler Künstlerbund in Zusammenarbeit mit der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion den Kunstwettbewerb "Ert X Merit Ladin" ins Leben gerufen. Das dabei von einer Fachjury ausgewählte Kunstwerk wird im Rahmen des "Di dla cultura ladina" am 19. September in Urtijëi/St. Ulrich präsentiert und dem Preisträger Franz Vittur übergeben.
red/mac


