Regionale Entwicklung: 90 Prozent der EFRE-Gelder sind zugeteilt
Begleitausschuss des Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) tagt in der Eurac - Programm-Umsetzung verläuft planmäßig - Jetzt auch Mittel für energieeffizientes, leistbares Wohnen
BOZEN (LPA). Mit einer finanziellen Ausstattung von rund 250 Millionen Euro in der Programmperiode 2021-2027 ist der EFRE einer der wichtigsten und größten EU-Förderfonds in Südtirol. Am 23. April trat in der Eurac in Bozen der EFRE-Begleitausschuss zusammen und konnte sich von der planmäßigen Umsetzung des Programms überzeugen: 22 Aufrufe wurden veröffentlicht, mehr als 175 Projekte ausgewählt und 90 Prozent der zur Verfügung stehenden Mittel verplant.
Landeshauptmann Arno Kompatscher lobte im Rahmen seiner Grußworte die Umsetzung des EFRE-Programms blickte jedoch auch mit Sorge in die Zukunft: "Auf europäischer Ebene ist immer noch die Rede davon, dass die Fonds der künftigen Kohäsionspolitik wie der Resilienz- und Aufbaufonds PNRR auf staatlicher Ebene verwaltet werden könnten. Für uns ist das keine positive Perspektive, denn man kann nicht alle Regionen Italiens über einen Kamm scheren." Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass auch weiterhin eine regionale Verwaltung der Fonds beibehalten werde.
"Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung hat große Bedeutung für Südtirol. Die Programmperiode 2021-2027 wurde optimal abgewickelt und viele Projekte sind bereits in Umsetzung und zeigen positive Effekte für unser Land", sagte Europa-Landesrätin Magdalena Amhof in Anwesenheit der Vertreter der gesamtstaatlichen Behörden und der EU-Kommission, darunter Andrea Murgia von der Generaldirektion für Regionalentwicklung in der Europäischen Kommission.
Die Direktorin der Abteilung Europa, Martha Gärber, bestätigte die planmäßige Umsetzung des Programms und betonte die Wichtigkeit der strategischen Planung und Governance der europäischen Mittel auf regionaler Ebene.
Das aktuelle EFRE-Programm konzentriert sich auf 3 Schwerpunkte: die Förderung der technologischen Entwicklung (Smart), Maßnahmen zum Schutz vor dem Klimawandel (Green) und die nachhaltige Mobilität (Mobility). "Das Programm 2021-2027 ist weit fortgeschritten, rund 90 Prozent der Gesamtmittel konnten aktiviert werden, das sind rund 224 Millionen Euro", berichtete Peter Paul Gamper, der Vizedirektor der Abteilung Europa und Direktor des Amtes für europäische Integration. Damit liege man auch im gesamteuropäischen Vergleich auf den vordersten Rängen.
Was die jüngsten Aufrufe anbelangt, so berichtete Petra Tamanini, die Koordinatorin des EFRE-Programms, dass sowohl jener zum Ausbau des Fernwärmenetzes als auch jene zur Forschung und Entwicklung sowie Steigerung der Energieeffizienz öffentlicher Gebäude erfolgreich abgeschlossen wurden. Die Bewertung der jeweils eingereichten Projekte läuft derzeit.
Eine Umplanung im EFRE-Programm gab die Staat-Regionen-Konferenz im Dezember 2025 vor: Ein Teil der EFRE-Mittel musste der Priorität "Social Housing" zugeschrieben werden. Konkret geht es um Investitionen in die Energieeffizienz der öffentlichen Wohngebäude, um das Wohnen effizienter und leistbarer zu machen. "Aufgrund dieser Vorgaben haben wir der Priorität 'Housing' rund 7,4 Millionen Euro zugeschrieben", berichtet Gamper.
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