Europäischer Geist inmitten der Bozner Altstadt

Tag der offenen Tür im Europahaus in der Gerbergasse 69 - Schlanders als europäische Einzelhandelshauptstadt vorgestellt - EU-Initiative New European Bauhaus ist 2026 Schwerpunkt

BOZEN (LPA). Europa leben, Europa greifbar machen, Europa vermitteln: Diese Ziele verfolgen die Abteilung Europa und der Informationsdienst Europe Direct. Am 8. Mai haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anlässlich des Europatags, der am 9. Mai stattfindet, einen Tag der offenen Tür im frisch renovierten Europahaus in der Gerbergasse 69 in Bozen organisiert. Bei diesem wurde anschaulich gemacht, was Europa auch in Südtirol bewirkt. 

An die Ursprünge Europas und die Schuman-Erklärung von 1950 erinnerte der EU-Abgeordnete Herbert Dorfmann im Rahmen seiner Grußworte: "Bereits damals wurde eine Gemeinschaft geschaffen, die auf gemeinsamem Recht beruht und die offen ist und eine Erweiterung ermöglicht." Die Herausforderung heute sei es, zu beweisen, dass multilaterale Projekte, die auf Zusammenarbeit und Völkerverständigung setzen, kein Auslaufmodell, sondern der richtige Weg seien.

"Europa ist ein Projekt, das sich Tag für Tag vor Ort verwirklicht: durch Leitlinien, Programme und Initiativen, die unser Land und unsere Gemeinschaften ganz unmittelbar betreffen und spürbar verändern. Heute ist es mehr denn je wichtig, dieses Bewusstsein zu schärfen und Europa durch bürgernahe Kommunikation greifbarer zu machen", betonte Europa-Landesrätin Magdalena Amhof. Der Informationsdienst Europe Direct übernehme dabei eine Schlüsselrolle. "Als Schnittstelle zwischen der Europäischen Union und der Bevölkerung sorgt Europe Direct durch Information und vielfältige Initiativen dafür, dass Europa greifbarer wird", erläuterte Amhof. 

Schlanders ist europäische Hauptstadt des Einzelhandels

Kunhilde Marsoner, die Referentin für Kultur und Soziales der Marktgemeinde Schlanders, und Projektleiter Thomas Schuster erklärten die EU-Initiative "European Capital of Small Retail (ECoSR)", die Städte für ihr besonderes Engagement zur Förderung des lokalen Einzelhandels und zur Belebung der Innenstädte auszeichnet. "Wir sind sehr erfreut über den Titel, den wir seit kurzem tragen. Er ist Frucht jahrelanger Bemühungen um den Erhalt eines lebendigen Ortskerns", betonte von Marsoner.

New European Bauhaus: Raum der gemeinsamen Gestaltung

Wie das Konzept New European Bauhaus in einem Berggebiet wie Südtirol zum Tragen kommt, erklärte Giulia Chiarel von der Vertretung der Europaregion in Brüssel. "Das New European Bauhaus ist eine Initiative, die ins Leben gerufen wurde, um den Europäischen Grünen Deal in konkrete Veränderungen vor Ort umzusetzen, die das tägliche Leben der Bürger verbessern und den ökologischen Wandel beschleunigen." Es gehe um die Gestaltung schöner, nachhaltiger und inklusiver öffentlicher Räume. 

Ein Praxisbeispiel aus der BASIS Vinschgau, dem "Reallabor für Europa", stellte Hannes Götsch vor: Dort wird derzeit unter anderem die innovative Nutzung eines belasteten Erbes, nämlich der ehemaligen Drususkaserne in Schlanders, definiert. "Wir transformieren eine fast 100 Jahre alte, gute Bausubstanz mit schwieriger Vergangenheit in eine hybride, intelligente Zukunft für die gesamte Gemeinschaft", beschrieb Götsch. 

Der Tag der offenen Tür war begleitet von Musik, einem informellen Austausch, einem Europa-Glücksrad und einem Talk mit dem Forum Prävention sowie der Europäischen Verbraucherzentrale über die "Digitale Welt und Europa".

pir