Arge Alp-Projekt zur Kommunikation von Hochwasserrisiken gestartet

Südtirol und weitere Arge Alp-Länder wollen gemeinsam Eigenvorsorge stärken und Bevölkerung über Hochwassergefahren informieren - Projektauftakt unter Federführung des Trentino

TRIENT/BOZEN (LPA). Am 12. Oktober ist das Arge Alp-Projekt zur Kommunikation von Hochwasserrisiken gestartet. Es wird vom Land Trentino koordiniert und gemeinsam mit den Mitgliedsländern der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer Arge Alp, darunter das Land Südtirol, umgesetzt. Bei der ersten Online-Arbeitssitzung verständigten sich die Vertreter und Vertreterinnen der beteiligten Länder über die Ziele des Projekts. Gemeinsam sollen Kriterien und Kommunikationsstrategien erarbeitet werden, um das Bewusstsein der Bevölkerung für richtiges Verhalten bei hydrogeologischen Gefahren und Hochwasser zu schärfen.

Das Projekt baut auf den Erfahrungen des europäischen Projekts Life FRANCA (Flood Risk Anticipation and Communication in the Alps, Hochwasserrisiko-Früherkennung und -Kommunikation in den Alpen) auf. Beteiligt sind neben Südtirol und dem Trentino auch die Lombardei, Tirol, Salzburg, Vorarlberg, Bayern sowie die Kantone Tessin und Graubünden. Ziel ist es, gemeinsame Instrumente zu entwickeln, die eigenverantwortliches Handeln fördern und das Verständnis für Naturgefahren verbessern. Damit ergänzen sie die klassischen Schutzbauten und Maßnahmen zum Schutz des Siedlungsraums. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sicheren Nutzung von Rad- und Fußwegen in Gebieten, die potenziell von hydrogeologischen Ereignissen betroffen sind.

Im Laufe der kommenden zwölf Monate sind Treffen und Aktivitäten in den beteiligten Ländern vorgesehen. Ein erster Workshop ist für den 19. November in Trient geplant. Den Abschluss bildet in einem Jahr ein weiterer Workshop, ebenfalls in Trient, im Rahmen der Zivilschutzwoche im Oktober kommenden Jahres. Dabei werden die Ergebnisse vorgestellt und die gemeinsame Strategie mit den Arge-Alp-Mitgliedsländern geteilt.

Erarbeitet wird außerdem ein zweisprachiger Leitfaden in deutscher und italienischer Sprache. Er soll bewährte Beispiele und konkrete Vorschläge für die Risikokommunikation enthalten – von Beschilderungen bis zu Infografiken – und dabei den Schulen besondere Aufmerksamkeit widmen.

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländer Arge Alp vereint zehn Länder aus dem Alpenraum: Vorarlberg, Tirol und Salzburg in Österreich, den Freistaat Bayern in Deutschland, Südtirol, das Trentino und die Lombardei in Italien sowie die Kantone Graubünden, St. Gallen und Tessin in der Schweiz. Sie fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Themen, die für die Alpenregionen von gemeinsamem Interesse sind.

red/mac