PISA-Studie

Logo OECD PisaDie PISA Studie der OECD ist eine internationale Schulleistungsuntersuchung welche die unterschiedlichen Schultypen in über 60 Ländern erfasst. Seit dem Jahr 2000 werden Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren alle drei Jahre in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. Südtirol beteiligt sich seit 2003 mit einer eigenen Stichprobe an der PISA-Studie. Die Ergebnisse Südtirols sind daher mit denen anderer Regionen, Länder und Staaten vergleichbar und im internationalen Bericht veröffentlicht.

Die Verantwortung für die Durchführung von PISA in Südtirol hat das italienische PISA-Zentrum am INVALSI in Frascati bei Rom. Aufgrund der Komplexität des Bildungssystems in Südtirol war es notwendig, eine Arbeitsgruppe von Experten und Expertinnen einzurichten, die mit dem INVALSI zusammenarbeitete und die Analyse der Daten durchführte. Die Evaluationsstellen werten die Daten aus, veröffentlichen die Ergebnisse und erstellen den PISA-Bericht.

PISA-Studie 2018: Südtirols Schule schneidet gut ab

Die internationale Leistungserhebung PISA 2018 hat Südtirols Schule in allen drei erhobenen Kompetenzen - Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften - ein gutes Zeugnis ausgestellt. Die deutsche Schule schneidet besonders gut ab: Im Vergleich zu den Erhebungen von 2012 und 2015 sind die Leistungen der getesteten 15-Jährigen im Lesen gleichbleibend, in den Naturwissenschaften haben sie etwas abgenommen, während in Mathematik der Trend nach oben zeigt.

Besonders gute Ergebnisse für die deutsche Schule

Besonders gut schneidet die deutschsprachige Schule in Südtirol ab. In Mathematik werde mit 534 Punkten ein Wert erzielt, der im internationalen Vergleich im obersten Segment liege, auch im Lesen seien die 505 Punkte überdurchschnittlich. Immer noch gut, aber niedriger als in den Vorjahren ist das Ergebnis der Naturwissenschaften mit 510 Punkten (2019: 522, 2015: 530).

Bei einem Vergleich der deutschsprachigen Länder erzielt die deutsche Schule in Südtirol ein deutlich besseres Ergebnis als die Schweiz und Österreich, in Bezug auf die Bundesrepublik Deutschland liegen keine signifikanten Unterschiede vor. Im internationalen Vergleich belegen vier chinesische Regionen, die am Test teilgenommen haben, die vier ersten Positionen.

Weltweit 600.000 15-Jährige, davon 1549 in Südtirol

An der PISA-Studie 2018 haben in Südtirol 1549 Mädchen und Buben von insgesamt 5033 fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler teilgenommen. An den deutschen und ladinischen Schulen sind die Schüler relativ gleichmäßig auf die verschiedenen Schultypen verteilt (Gymnasien: deutsche Schule 36 %, Schulen ladinischer Ortschaften 49 %; Fachoberschulen: deutsche Schule 36 %, Schulen ladinischer Ortschaften 51 %; Berufsbildung 28 % für ladinische und deutsche Schulen), während 42 Prozent der italienischen Schüler dieser Altersgruppe ein Gymnasium besuchen. An den deutschen und ladinischen Schulen sind bei den Fünfzehnjährigen die Mädchen gegenüber den Buben in deutlicher Überzahl (62 % bzw. 53 %), während sie an den italienischen Schulen nur 44 Prozent ausmachen.

PISA 2018 und 2021

Insgesamt ließen sich etwa 600.000 15-Jährige aus 79 Ländern und Regionen für die PISA-Studie 2018 testen. PISA steht für Programme for International Student Assessment und ist die weltweit größte Vergleichsstudie zu Schülerleistungen. Sie wird seit dem Jahr 2000 alle drei Jahre erhoben. Ausgerichtet wird PISA von der OECD, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Schwerpunkt von PISA 2018 war die Lesekompetenz. Die Fünfzehnjährigen mussten etwa Informationen in einem Text suchen, deren Bedeutung wiedergeben und die Qualität und Glaubwürdigkeit einschätzen. Dazu bearbeiteten sie Fragen aus dem mathematischen und naturwissenschaftlichen Bereich. Die Schülerinnen und Schüler beantworteten außerdem Fragen zu ihrem familiären und sozialen Hintergrund sowie zu ihren Ansichten zur Schule.

Die nächste PISA-Studie wird im Jahr 2021 durchgeführt. An ihr nehmen die Mitgliedsländer der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und ca. 50 weitere Länder teil. Der vertiefte Forschungsschwerpunkt wird die Mathematik sein. Zudem wird ein weiterer neuer fakultativer Befragungsbereich, das kreative Denken, eingeführt.

Im April 2020 ist eine Sonderausgabe der Bildungszeitschrift "Info" erschienen. Die Publikation fasst die wichtigsten Ergebnisse der deutschsprachigen Schule in Südtirol zusammen. Erstellt wurde sie von der Evaluationsstelle der deutschsprachigen Schule in Südtirol.

Im September 2020 hat die Deutsche Bildungsdirektion eine Sonderbeilage des "Info" speziell zum Thema »Finanzielle Grundbildung« herausgegeben, die die wichtigsten Ergebnisse der deutschsprachigen Schule in Südtirol zur finanziellen Grundbildung zusammenfasst. Erstellt wurde sie von der Evaluationsstelle für das deutsche Bildungssystem in Südtirol.Die Broschüre nimmt die Kenntnisse und Fähigkeiten der fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler im Bereich der finanziellen Bildung detailliert unter die Lupe und analysiert sie unter verschiedenen Gesichtspunkten.

PISA 2015

Die Ergebnisse der PISA-Studie 2015 wurden am 06. Dezember 2016 in Rom bekannt gegeben. Am 07. Dezember um 09.00 Uhr stellen die drei Verantwortlichen der Evaluationsstellen die Südtiroler Ergebnisse  im Rahmen einer Pressekonferenz im Palais Widmann der Öffentlichkeit vor.

Schwerpunkt bei PISA 2015 war - nach Lesen und Mathematik - die Naturwissenschaftliche Grundbildung. Getestet wurden auch die Finanzielle Grundbildung (Financial Literacy) und das Problemlösen (Problem Solving). Neu war, dass die Erhebung 2015 computerbasiert durchgeführt wurde. Lediglich der Elternfragebogen wurde noch in Papierform ausgefüllt.

Hier gelangen Sie zu einigen Beispielaufgaben: www.pisa.tum.de/beispielaufgaben