Reisen im Sommer

Reisen im Sommer

Für Jugendliche stehen viele Möglichkeiten offen, fremde Länder einfach und kostengünstig zu bereisen. Im Folgenden alles Wissenswerte rund ums Reisen:

Jugendliche mit RucksackWas macht Reisen 'nachhaltig'? In Zeiten globaler Vielfalt eine zunehmend wichtigere Frage, gerade für junge Menschen. Unser Kommen und gehen hinterlässt Spuren. Spuren bei uns als Reisenden, weil ein Urlaub oft neue Perspektiven mit sich bringt, und Spuren in den bereisten Regionen.
Infos, Themen und Lesestoff: www.nachhaltig-reisen.at (Externer Link)

Die Fahrkarte ins Leben

Zug Kann ein simples Bahnticket den Zeitgeist beschreiben? Aber ja. In den siebziger und achtziger Jahren, lange vor dem Euro, dem Internet, dem grenzenlosen Reisen in Europa und den marktschreierischen Billigfluglinien, prägte ein Zauberfahrschein namens Interrail das Lebensgefühl einer ganzen Generation. Mit Interrail konnten Jugendliche zu einem niedrigen Pauschalpreis kreuz und quer mit der Eisenbahn durch Europa reisen. Interrail bedeutete weit mehr als ein Bahnticket: erstmals alleine weg von zu Hause sein und oft überhaupt die erste Auslandserfahrung; manchmal war sogar die erste Liebe inkludiert.

Im März 1972 wurde Interrail aus der Taufe gehoben. Ein Ticket kostete damals rund 1700 Schilling (238.000 Lire) und war ursprünglich nur für Jugendliche unter 21 gedacht. Vierzig Jahre später gibt es Interrail immer noch. Im Vorjahr waren 250.000 Europäer damit unterwegs. Das Ticket wird inzwischen in zahlreichen Varianten angeboten: als 'Global-Pass' für 30 Staaten oder als 'Ein-Land-Pass', als Konsekutiv-Pass (durchgehend für 15, 22 oder 30 Tage) oder als Flexi-Ticket mit wählbaren Terminen (fünf Tage innerhalb von zehn oder zehn innerhalb von 22 Tagen), und jetzt dürfen auch Erwachsene reisen, und das sogar erster Klasse. Ein Preisbeispiel: Ein Monat First-Class-Bahnfahren für Erwachsene kostet 977 Euro, Jugendliche bis 26 zahlen für einen Monat in der zweiten Klasse 422 Euro. Zusätzlich gibt es eine 50-Prozent-Ermäßigung auf bestimmten Fährlinien und auch für die Fahrt von zu Hause bis zur Grenze und retour. Alte Interrailer meinen trotzdem: Früher war alles besser. Tatsächlich verlangen etliche europäische Eisenbahngesellschaften anders als in den siebziger Jahren auch von Interrailern happige Aufschläge für Intercityzüge oder für Reservierungen.

Interrailtickets gibt es an allen größeren Bahnhöfen, in Reisebüros mit Fahrkartenverkauf und im Internet www.oebb.at/de/entdecke (Externer Link).

aus: profil, Juni 2012

Rezeption der Jugendherberge MeranEntstanden sind Jugendherbergen ab Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Jugendbewegung als Unterkünfte für junge Menschen, Jugendgruppen und Schulklassen. Am 26. August 1909 hatte Richard Schirrmann, ein Lehrer in der heutigen Richard-Schirrmann-Schule in Altena, erstmals die Vision einer Jugendherberge. Die Idee wurde von ihm in seiner Schule 1911 realisiert. Dieses Provisorium wurde 1912 durch eine Jugendherberge auf der Burg Altena oberhalb der Stadt ersetzt, die heute als Teil des Museums der Burg Altena im Original zu besichtigen ist.

Mit der reisenden Jugend überschritt die Idee rasch die nationalen Grenzen Deutschlands. Überall auf der Welt entstanden Youth Hostels, die heute unter dem Dach der Verbände aus über 90 Ländern und über 4.000 Jugendherbergen global zusammengefasst sind. Ideelle Zielsetzung ist unverändert seit fast einem Jahrhundert neben der Förderung des Jugendreisens das gemeinsame Eintreten für Frieden und Völkerverständigung durch den interkulturellen Austausch junger Menschen.

In Südtirol gibt es 4 Jugendherbergen (Externer Link) (Bozen, Meran, Brixen und Toblach), die vom Verein Jugendhaus Kassianeum geführt werden und eine in Salurn (Externer Link), unter der Leitung einer Genossenschaft.

KonzentrationslagerEinen Überblick über die Orte der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus (Gedenkstätten, Museen, Dokumentationszentren, Mahnmale usw.) bietet eine neue Online-Datenbank der deutschen Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de/erinnerungsorte (Externer Link). Mit Hinweisen zu den Angeboten, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern, Anfahrt und Öffnungszeiten.

Bus mit GraffitisSprachferien sind im Sommer sehr gefragt. Dabei kannst du nicht nur neue Länder und Menschen kennenlernen, sondern durch die Verwendung einer anderen Sprache im Alltag diese Sprache gezielt lernen. Wunder darf man freilich keine erwarten. Im Rahmen der Sprachferien besuchst du meist auch Sprachkurse. Angeboten werden Kurse mit 15, 20, 25 und - intensiv - 30 Unterrichtsstunden à 45 bis 60 Minuten pro Woche. Gewohnt wird meist bei Gastfamilien.

Tipps für deine Sprachferien:

  • Unterschreibe keinen Vertrag voreilig, sondern schaue dir das Angebot in Ruhe an und vergleiche es (beispielsweise online).
  • Besorge dir die genaue Anschrift der Unterrichtsstätte.
  • Erkundige dich, wie viele Schüler mit in der Klasse sitzen und welcher Nationalität sie angehören.
  • Wie viele Unterrichtsstunden umfasst der Sprachkurs?
  • Wie lange dauert eine Unterrichtsstunde?
  • Entstehen Extrakosten für Lehrmaterial, usw.?
  • Ist ein Freizeitprogramm vorgesehen und im Preis inbegriffen?
  • Ist volle Verpflegung im Preis enthalten?
  • Welche Ausbildung haben die Lehrpersonen? Welche Muttersprache?
  • Wie viel Taschengeld ist notwendig?
  • Wo wird gewohnt? Wie weit ist der Weg zur Unterrichtsstätte?

Sollte wirklich etwas schiefgehen, dann gilt wie für jede Reise: Schnelle Abhilfe vor Ort von der zuständigen Reiseleitung verlangen und gegebenenfalls bis spätestens 10 Tage nach Rückkehr schriftlich reklamieren. Weitere Infos gibt es bei der Südtiroler Verbraucherzentrale: www.consumer.bz.it (Externer Link).

Wer bietet Sprachferien an?

Das sind meist Reisebüros oder Agenturen. Es gibt aber auch den einen oder anderen Verein, der Sprachferien anbietet. Gut zu wissen: Sprachferien werden vom Land finanziell unterstützt! Mehr dazu: Zuschüsse für Sprachkurse

Hier einige Tipps und Anregungen was bei der Planung eines Sprachaufenthalts zu beachten gilt.

 

Sprachreisen-Ratgeber