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Brustkrebs - ich sorge vor!

.Die Bekämpfung des Brustkrebses, eine der häufigsten Todesursachen bei Frauen, ist eines der vorrangigen Ziele in der Gesundheitspolitik des Landes Südtirol. Um die Früherkennung dieser Krebsart zu verbessern, wurde vor kurzem ein landesweites Vorsorgeprogramm gestartet. Kern dieses Vorsorgeprogramms ist das Mammographie-Screening. Neben den landesweiten Untersuchungen will man im Rahmen dieser Kampagne vor allem auch das Gesundheitsbewusstsein der Frauen fördern.
Detaillierte Informationen zum Thema enthält die Broschüre „Brustkrebs- ich sorge vor", die eigens für diesen Zweck ausgearbeitet wurde und demnächst allen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren im ganzen Land zugestellt wird. Anbei finden Sie vorab unsere Online-Version der Broschüre.

Brustkrebs und die Bedeutung der Früherkennung

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau - etwa jede zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Wird die Erkrankung entdeckt, solange der Tumor noch klein und örtlich begrenzt ist, besteht eine Chance auf dauerhafte Heilung von über 90%. Durch regelmäßige Früherkennungsmaßnahmen lässt sich das Auftreten der Erkrankung in einem frühen Stadium entdecken, so dass die Heilungschancen deutlich steigen.


Mammographie: was ist das?

Die Mammographie ist ein Verfahren, das Röntgenstrahlen nutzt, um Veränderungen sichtbar zu machen. Die Mammographie der Brust ist eine sehr effiziente Methode zur Entdeckung von Brustkrebs, da die Aufnahmen Knoten schon unterhalb der tastbaren Größe sichtbar machen können. Die Angst vor Strahlenbelastung ist unbegründet, da bei modernen Mammographiegeräten eine sehr geringe Strahlung verwendet wird. Daher sollte keine Patientin aus Angst vor Strahlen eine Mammographie verschieben oder auslassen.. Die Gefahr, einen Brustkrebs im Frühstadium nicht rechtzeitig zu erkennen, ist sehr viel größer.


Das Mammographie - Screening

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Das Mammographie-Screening ist ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Dabei werden Frauen der Altersgruppe der 50-69-Jährigen eingeladen, alle zwei Jahre Mammographien der Brust erstellen zu lassen. Durch diese systematischen Reihenuntersuchungen lässt sich die Sterberate an Brustkrebs für diese Altersgruppe deutlich senken.

Beim Termin: Ein Röntgenassistent bzw. eine Röntgenassistentin nimmt Sie in Empfang und erklärt Ihnen den Ablauf. Der gesamte Besuch dauert etwa eine halbe Stunde, die Aufnahme selbst nur wenige Minuten. Dabei wird die Brust jeweils auf einer Plexiglasplatte ausgebreitet und behutsam von einer darüber liegenden Platte zusammengedrückt. Dieser Druck ist notwendig, weil nur so optimale Bilder mit der niedrigstmöglichen Strahlendosis erzielt werden. Es werden jeweils zwei Aufnahmen von jeder Brust angefertigt.
Wie erhalten Sie das Ergebnis? Sie erhalten das Untersuchungsergebnis innerhalb von drei Wochen per Post. Bei etwa 95% aller Frauen sind die Mammographien unauffällig. Diesen Frauen wird mitgeteilt, dass sie in zwei Jahren wieder zur Mammographie eingeladen werden.
Zusatzaufnahmen: Bei Frauen mit auffälliger Mammographie sind zusätzliche Röntgenaufnahmen der Brust erforderlich. Damit lassen sich gezielt bestimmte Bereiche des Gewebes genauer darstellen.

Ergebnis: Nach Abschluss der Untersuchungen kann bei den meisten Frauen ein Krebsverdacht ausgeschlossen werden. Bei ganz wenigen Frauen ist hingegen zur endgültigen Klärung eine Gewebeprobe (Biopsie) notwendig.

Was geschieht mit Ihren Daten? Die Adressen für die Einladung zur Mammographie werden vom Tumorregister zur Verfügung gestellt. Für die Einladung, Auswertung und Sicherstellung der Qualität der Untersuchung ist eine Speicherung der Daten erforderlich, um die medizinischen Daten der aufgetretenen Brusterkrankungen zu vervollständigen. Mit Ihren Daten wird sehr sorgfältig umgegangen, selbstverständlich stets unter Beachtung der einschlägigen Datenschutzgesetze.

Die Grenzes des Screenings.

Das Mammographie-Screening ist Früherkennung, was bedeutet, dass die Krankheit nicht verhindert werden kann. Das Mammographie-Screening ist zwar derzeit die beste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs, aber es bietet dennoch keine vollkommene Sicherheit, weil nicht alle kleinen Tumore aufgespürt werden können.

Ferner muss damit gerechnet werden, dass in seltenen Fällen in der Zeit zwischen den Mammographien Tumore auftreten können. Deshalb sollten Sie während des zweijährigen Intervalls auf verdächtige Veränderungen Ihrer Brust achten.

Das Mammographie-Screening kann nicht alle Brustkrebs-Todesfälle verhindern. Bei manchen Frauen ist der Krankheitsverlauf trotz Teilnahme am Screening nicht aufzuhalten.


Zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen

Selbstuntersuchung.

Eine Frau kennt die „Drüsenlandschaft" ihrer Brust am besten und kann deshalb Veränderungen erspüren. Daher sollte sie Ihre Brust jeden Monat selbst untersuchen. Die beste Zeit dafür ist nach der Monatsblutung, da die Brust dann am weichsten ist - die geeignete Technik lässt sich beim Arzt bzw. der Ärztin erfragen.

Sie sollten auf folgende Veränderungen achten:

  • Äußerlich sichtbare Verformungen der Brust
  • Plötzlich auftretende Größenunterschiede der Brüste
  • Tastbare Knoten
  • Dellen oder Verhärtungen der Haut
  • Rötungen der Brust
  • Eingezogene Brustwarze
  • Hautveränderungen an der Brustwarze
  • Blutige oder wässrige Absonderungen aus der Brustwarze

 

Treten derartige Veränderungen auf, sollten Sie umgehend Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin aufsuchen. 

Gynäkologische Tastuntersuchung 

Einmal im Jahr sollten Frauen zur Krebsfrüherkennung gehen. Bei der sorgfältigen Tastuntersuchung von Brust und Achselhöhlen durch den Gynäkologen bzw. die Gynäkologin lassen sich eventuell übersehene Veränderungen erkennen.

Sonographie - Ultraschall

Die Ultraschall-Untersuchung kann zusätzliche Informationen liefern und dann nützlich sein, wenn die Tastuntersuchung oder die Mammographie bei einer Patientin noch keine eindeutige Diagnose ergeben haben.


Frauen mit erhöhten Brustkrebsrisiko

Für Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko und möglicherweise erblicher Belastung gelten andere Empfehlungen mit häufigeren Untersuchungen bereits in jüngeren Jahren.

Ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht für Frauen, in deren engem Verwandtenkreis (Mutter, Schwester der Mutter oder eigene Schwester) Brustkrebserkrankungen aufgetreten sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass jede Frau, die dieser Risikogruppe angehört, zwangsläufig erkranken muss. Allerdings sollte sie die Möglichkeiten der Früherkennung besonders gründlich nutzen.


(Letzte Aktualisierung: 20.01.2009)