Paul-Flora-Preis

Paul-Flora-Preis
Paul Flora, (c) paulflora.com

Der Kunstpreis zur Förderung junger Tiroler Kunstschaffender wurde von Paul Flora initiiert. In den Jahren von 2002 bis 2005 wurde der Preis von Paul Flora und dem Bundesland Tirol an jeweils einen Kunstschaffenden aus Tirol und Südtirol vergeben und war mit 5.000 € dotiert.

Nach Paul Floras Tod im Jahr 2009 wurde die Idee dieses Kunstpreises vom Bundesland Tirol und der Autonomen Provinz Bozen Südtirol wieder aufgegriffen und weiterentwickelt. Seit 2010 wird der Preis in Erinnerung an den aus Glurns stammenden Künstler jährlich an eine oder einen jungen Kunstschaffenden um die 40 Jahre aus Tirol oder Südtirol gemeinsam verliehen und abwechselnd von den beiden Ländern vergeben. Mit einer Dotierung von 10.000 € versteht sich der Preis einerseits als Anerkennung hervorragender Leistungen in der zeitgenössischen bildenden Kunst, andererseits als Förderung junger Nachwuchskünstlerinnen und -künstler im Lande.

Die Ermittlung der Preisträgerin bzw. des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, der folgende Personen angehören:

  • Nina Tabassomi für das Land Tirol
  • Lisa Mazza für das Land Südtirol
  • Katharina Flora Seywald für die Familie Flora

Eine Bewerbung ist nicht möglich.

Der diesjährige Preis wurde am 12. Oktober 2017 um 18 Uhr in Glurns von Landesrat Philipp Achammer und Landesrätin Beate Palfrader überreicht.

Der Preis wurde vergeben an:

Titelbild Katalog 2002 Peter Niedertscheider (Tirol), Esther Stocker (Südtirol)
2003 Walter Methlagl (Tirol), Abdul Sharif Baruwa (Südtirol)
2004 Andrea Holzinger (Tirol), Philipp Messner (Südtirol)
2005 Martina Steckholzer (Südtirol), Tomas Eller (Südtirol)
2010 Siggi Hofer (Südtirol)
2011 Sonia Leimer (Südtirol)
2012 Markus Bacher (Tirol)
2013 Johanna Tinzl und Stefan Flunger (Tirol)
2014 Gabriela Oberkofler (Südtirol)
2015 Oliver Laric (Tirol)

2016 Christoph Raitmayr (Tirol)
2017 Annja Krautgasser (Tirol)

2015 ist ein Katalog zur Geschichte des Preises und seiner bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger erschienen. Dieser ist kostenlos im Amt für Kultur erhältlich.

Preisträgerin 2017

Preisverleihung2017 geht der Paul-Flora-Preis an die Tiroler Künstlerin Annja Krautgasser.

Die Kulturlandesräte aus Südtirol und Tirol, Philipp Achammer und Beate Palfrader, haben der Tiroler Künstlerin Annja Krautgasser den mit 10.000 Euro dotierten Paul-Flora-Preis überreicht. Die Verleihung des grenzüberschreitenden Kunstpreises fand am 12. Oktober 2017 im Rathaus in Glurns statt und wurde von den Schülerinnen und Schülern der Musikschule Obervinschgau mit Eigenkompositionen und einem Tanz stimmig umrahmt.

Die Preisträgerin wurde 1971 in Hall in Tirol geboren und studierte in Tirol und Wien Architektur sowie Visuelle Mediengestaltung/Neue Medien an der Universität für angewandte Kunst in Wien. „In ihren Arbeiten verschwimmen die Grenzen zwischen Film, Video, bildender Kunst und Performance“, beschreibt Landesrat Achammer das vielschichtige Schaffen der Medienkünstlerin, die in Wien lebt und arbeitet. Abgesehen vom filmischen Schwerpunkt arbeitet Krautgasser auch mit Zeichnungen, Collagen, Prints, Rauminstallationen, Performances und Fotografie. Sie ist in der Bildenden Kunst Tirols sehr präsent, zum Beispiel durch Ankäufe des Landes und die Ausstellung im Ferdinandeum sowie als Präsidentin der Tiroler Künstlerschaft, und hat bisher bereits herausragende Leistungen vorzuweisen.

Preisträger 2016

PreisverleihungDer Tiroler Künstler Christoph Raitmayr erhält den diesjährigen Paul-Flora-Preis.

Die Kulturlandesräte aus Tirol und Südtirol, Beate Palfrader und Philipp Achammer, überreichten am 20. Juni 2016 dem Tiroler Künstler Christoph Raitmayr den mit 10.000 Euro dotierten Paul-Flora-Preis. Die Verleihung des grenzüberschreitenden Kunstpreises fand am Abend in der Galerie im Taxispalais in Innsbruck statt.

"Wie schon Paul Flora besticht Christoph Raitmayr in seinen Modellen und Bildern nicht nur durch unverwechselbare Sensibilität, sondern auch durch die kritische Verbildlichung und Aufarbeitung objektiver und kollektiver Themen. Ich freue mich, die diesjährige Auszeichnung gemeinsam mit meiner Kollegin Beate Palfrader an einen solch vielseitigen Künstler überreichen zu dürfen", betonte Landesrat Achammer.
"Christoph Raitmayr zeigt in seinen Werken ein besonderes Maß an Originalität, Eigenständigkeit und Beharrlichkeit. Mit faszinierender Präzision schafft er es, Architektur und Design mit Alltagskultur, Kunstgeschichte und Literatur zu vereinen", zeigte sich die Tiroler Landesrätin Palfrader beeindruckt und gratuliert dem diesjährigen Preisträger zu seinen herausragenden Leistungen.

Preisträger 2015

Preisverleihung an Oliver LaricGrenzüberschreitender Kunstpreis geht an den Tiroler Oliver Laric.

Kulturlandesrat Philipp Achammer und seine Tiroler Amtskollegin Beate Palfrader überreichten dem Tiroler Künstler Oliver Laric den mit 10.000 Euro dotierten Paul-Flora-Preis 2015. Die Verleihung des grenzüberschreitenden Kunstpreises fand am 25. September im Rathaus von Glurns statt.

„Oliver Laric ist ein Künstler, der durch die Unmittelbarkeit seines gestalterischen Ausdrucks beeindruckt und dessen Werk sich sofort in die Erinnerung einprägt“, beglückwünschte Landesrat Achammer den Preisträger, „bei allen Unterschieden haben Oliver Laric und Paul Flora doch auch Gemeinsamkeiten: Ich denke zum Beispiel an die plakative Wirkung ihrer Kunst ebenso wie an die Verschmelzung verschiedener Elemente aus der Welt des Tierreichs mit jener des Menschen, die den Betrachter in eine archaische, zugleich fremd und vertraut anmutende Welt entführen.“

Der in Berlin lebende Künstler wurde 1981 in Innsbruck geboren und studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Laric zeigte seine Werke bereits bei Einzelausstellungen in Basel, Cambridge, Washington, Tel Aviv und Lincolnshire. Für sein Werk wurde er 2007 mit dem Ursula-Blickle-Videopreis ausgezeichnet.

Preisträgerin 2014

LRin Palfrader, Gabriela Oberkofler, LR AchammerDer Paul-Flora-Preis ging 2014 an die Südtiroler Künstlerin Gabriela Oberkofler. Die Verleihung fand am 6. Oktober in der Innsbrucker Taxisgalerie im Beisein von Tirols und Südtirols Kulturlandesräten Beate Palfrader und Philipp Achammer statt.

Oberkofler wurde 1975 in Bozen geboren und lebt in Stuttgart. Nach ihrem Studium an der University of Visual Arts in Neufundland absolvierte Oberkofler von 1998 bis 2002 die Fachhochschule für Kunsttherapie in Nürtingen in Deutschland sowie von 2002 bis 2009 die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart.

In der Begründung der Jury hieß es: "Sie arbeitet mit Zeichnung, Fotografie, Video, Rauminstallationen und mitunter auch mit partizipativen Aktionen. Im internationalen Kunstbetrieb fällt sie durch eigenständige Positionen auf. In ihren sehr bemerkenswerten zeichnerischen Arbeiten tauchen immer wieder Visionen auf, die aus der Erinnerung, aus der Zeit der Kindheit zu stammen und von vertrauten Orten zu handeln scheinen. In ihren Ausstellungen werden daraus dann oft räumliche Installationen, ironisch aufgeladen, ein wenig verstörend. Über so vage Begriffe wie Tradition und Moderne, Heimat und Fremde hinausgehend, stellt Gabriela Oberkofler mit ihren Arbeiten letztlich die Frage nach der Zeitgenossenschaft an sich. Gerade dieses zeichnerische Werk ergibt einen sehr guten und schlüssigen Bezug zum Namenspatron des Preises, Paul Flora. Viele Stipendien, Residences, Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland belegen ihre internationale Anerkennung."

Paul-Flora-Preis: Südtirol stellt neues Jury-Mitglied

Foto: Ingo Dejaco, v.l.n.r. Hapkemeyer, Mazza, LR Achammer, Pan, GasserLisa Mazza ist Südtirols neues Mitglied in der Jury des Paul-Flora-Preises. Die Landesregierung hat die Kuratorin und Kulturproduzentin auf Vorschlag von Kulturlandesrat Philipp Achammer in die dreiköpfige Kommission berufen.

Das bisherige Südtiroler Mitglied dieser dreiköpfigen Kommission, Dr. Andreas Hapkemyer, scheidet nach vier Jahren Tätigkeit aus. 2014 wurde Mag. Lisa Mazza von der Südtiroler Landesregierung für das kommende Biennium als neues Kommissionsmitglied für Südtirol ernannt. LR Philipp Achammer dankte Andreas Hapkemyer für seine wertvolle Aufbauarbeit und seinen Einsatz für die Südtiroler Kunstschaffenden und legte diese verantwortungsvolle Aufgabe in die Hände der Kuratorin und Kulturproduzentin Lisa Mazza.

Lisa Mazza ist 1980 in Meran geboren und lebt als freie Kuratorin und Kulturproduzentin in Bozen. Sie hat einen Masterabschluss in Contemporary Art Theory der Goldsmiths University of London, war unter anderem kuratorische Assistentin in der Halle für Kunst in Lüneburg, der Manifesta 7, der Europäischen Biennale für zeitgenössische Kunst in Trentino-Südtirol und arbeitete in der Folge für die Manifesta Stiftung in Amsterdam, in der Kunsthalle Exnergasse in Wien, in der Galerie Lungomare in Bozen und der Galerija Škuc in Ljubljana.

Preisträger 2013

Übergabe UrkundeDie aus Tirol stammenden und in Wien lebenden Kunstschaffenden Johanna Tinzl und Stefan Flunger wurden am 29. Juni im Rathaus von Glurns von den Kulturlandesrätinnen Sabina Kasslatter Mur und Beate Palfrader mit dem Paul-Flora-Preis 2013 ausgezeichnet. Erstmals wurde der Preis am Geburtstag Paul Floras verliehen.

„Erstmals wird der Preis am Geburtstag Paul Floras verliehen, der heute vor 91 Jahren hier in diesem Haus in Glurns geboren wurde.“ Die Verleihung des Paul-Flora-Preises an das Künstler-Duo Tinzl und Flunger stelle, so Kasslatter Mur, eine weitere Anerkennung und Würdigung ihres bisherigen Schaffens und eine Stärkung für ihren weiteren künstlerischen Weg dar. „Das Land Tirol hat Johanna Tinzl und Stefan Flunger erst letztes Jahr den Förderpreis für zeitgenössische Kunst verliehen und bei ihnen Kunstankäufe getätigt. Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Entscheidung der Jury des Paul Flora Preises wie eine logische Fortsetzung in der Karriere dieses Künstlerpaares“, gratulierte Tirols Kulturlandesrätin Beate Palfrader.

Johanna Tinzl stammt aus Innsbruck, wo sie 1976 geboren wurde, Stefan Flunger - Jahrgang 1969 - aus Zams. Beide leben in Wien, wo sie seit 2004 zusammen arbeiten. „Für dieses acht Jahre umfassende gemeinsame Oeuvre, in dem sie auf eindringliche Weise neue Medien, Konzeptualität und politisches Engagement mit höchst aktuellen Fragestellungen verbinden, werden sie nun mit dem Paul-Flora-Preis ausgezeichnet“, betonte Jurymitglied Katharina Flora Seywald in ihrer Laudatio. Auch wenn Tinzl und Flunger nicht grafisch arbeiten, sondern sich häufig in multimedialen Installationen ausdrücken würden, und insofern kein Konnex zum Werk Paul Floras gegeben sei, sehe die Jury einen Bezug zur Haltung wacher Zeitzeugenschaft, die für Flora bezeichnend war.

Preisträger 2012

LRin Palfrader, Preisträger Markus Bacher, LRin Kasslatter MurGemeinsam mit ihrer Tiroler Amtskollegin Beate Palfrader hat Kulturlandesrätin Kasslatter Mur am 1. Oktober im ORF-Landesstudio Tirol in Innsbruck den nach Paul Flora benannten Preis dem Tiroler Künstler Markus Bacher überreicht.

Der aus Kirchberg bei Kitzbühel stammende Künstler Markus Bacher (Jahrgang 1983) wurde mit dem mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis ausgezeichnet. "Markus Bacher", führte Landesrätin Kasslatter Mur aus, "ist ein sehr talentierter junger Künstler, der mit seinem Werk weit über die Grenzen Tirols hinaus Beachtung und Anerkennung findet und dessen Bilder sich mittlerweile weltweit verkaufen." In den vergangenen Jahren war sein Werk nicht nur in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, sondern der Künstler wurde auch bereits mehrfach mit Künstlerstipendien bedacht.

"Flächen, Linien und Farben": So beschreibt Markus Bacher selbst die wesentlichen Elemente, aus denen er seine Bilder komponiert, die die Aufmerksamkeit des Betrachters bzw. der Betrachterin mit ihrer farblichen Dichte, mit versteckten Details und mit ihrer oft beeindruckenden Größe auf sich ziehen. Die Verleihung des Paul-Flora-Preises an Markus Bacher stelle eine besondere Würdigung und Anerkennung seines bisherigen Schaffens und eine Stärkung für seinen weiteren künstlerischen Weg dar, wies Landesrätin Kasslatter Mur hin.

Preisträgerin 2011

Überreichung der UrkundeDen Paul-Flora-Preis 2011 hat am 29. Oktober 2011 im Rathaus von Glurns die 34-jährige, aus Meran stammende Medienkünstlerin Sonia Leimer entgegengenommen.

„Dieser Preis“, unterstrich Landesrätin Sabina Kasslatter Mur bei der Verleihung, „soll dazu beitragen, die zeitgenössische Kunst im Allgemeinen noch mehr in den Köpfen der Menschen zu verankern.“

Die Preisträgerin Sonia Leimer, geboren 1977 in Meran, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Ausstellungen im In- und Ausland, unter anderem im Kunstverein Basis Frankfurt, Bawag Foundation Contemporary Wien, Salzburger Kunstverein, Landesgalerie Innsbruck, Galerie Nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Manifesta 7, Rovereto. Sie erhielt das Mak–Schindler Stipendium 2005, das Margarete Schütte-Lihotzky Stipendium 2007, das Staatstipendium für bildende Kunst 2009, den Audi Art Award 2011. Das Werk von Sonia Leimer, heißt es in der Begründung der Jury, untersucht Randzonen der Wirklichkeit, scheinbare Realitäten und undefinierte Zwischenräume. Diese Untersuchungen erfolgen unter Einsatz einer Vielfalt unterschiedlicher Medien. Die Bandbreite reicht von zweidimensionalen Arbeiten über Skulpturales bis zu Foto-, Video- und Filmarbeiten. „Ihre Werke zeichnen sich dabei durch einen ganz eigenen Zugang und überzeugende Umsetzungen konzeptueller Ansätze aus“, unterstrich Andreas Hapkemeyer in seiner Laudatio. Drei Punkte hätten die Jury in ihrer Entscheidung überzeugt: „Die Vielfalt der Ansätze, die Kohärenz, mit der Sonia Leimer ihre Fragestellungen verfolgt, und die Annahme, dass hier ein großes Entwicklungspotenzial angelegt ist.

Foto: Überreichung der Urkunde (v.l.): Andreas Hapkemeyer, LRin Sabina Kasslatter Mur, Preisträgerin Sonia Leimer, Benedikt Erhard und Alois Frank, Vizebürgermeister der Stadt Glurns

Preisträger 2010

LRin Palfrader, Preisträger Siggi Hofer, LRin Kasslatter Mur2010 ging der Paul-Flora-Preis an den in Bruneck geborenen und in Wien lebenden Künstler Siggi Hofer. Am 22. November haben die Kulturlandesrätinnen des Bundeslandes Tirol und des Landes Südtirol, Beate Palfrader und Sabina Kasslatter Mur den Preis in der Taxis-Galerie in Innsbruck überreicht.

Der Preis wird in Erinnerung an den 2009 verstorbenen Künstler Paul Flora ab 2010 jährlich an einen jungen Künstler oder eine Künstlerin unter 40 Jahren aus Tirol oder Südtirol verliehen. Er versteht sich als Anerkennung von hervorragenden Leistungen in der zeitgenössischen bildenden Kunst und ist mit 10.000 Euro dotiert. Über die Verleihung befindet eine Jury, der Beate Ermacora für das Land Tirol, Andreas Hapkemeyer für das Land Südtirol sowie Thomas Flora angehören. Siggi Hofer erhielt den Preis, weil ihn mit dem Namensgeber des Preises ein tiefgründiger Humor und die Tatsache, dass die Zeichnung eine wichtige Äußerungsform seines Werkes ist, verbinden. 2011 wird der Preis in Südtirol verliehen.