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Aufnahme in den Schuldienst

Hier finden Sie allgemeine Hinweise für die Aufnahme in den Schuldienst.

Aufnahme in den Schuldienst
Der Artikel 97 Absatz 3 der italienischen Verfassung sieht vor, dass die Stellen im öffentlichen Dienst durch Wettbewerb besetzt werden müssen. Ziel des Wettbewerbs ist es, den besten Bewerber oder die beste Bewerberin für die zu besetzenden Stellen zu finden. Diese Auswahl erfolgt aufgrund einer objektiven Bewertung der Leistungen, die der Bewerber oder die Bewerberin vorweist. Diese Leistungen umfassen die Ergebnisse von bestandenen Prüfungen, die Bewertung des Studientitels, bereits erbrachte Unterrichtsdienste usw.
Die Bewertung der Leistungen drückt sich in einer Punktezahl aus, nach welcher die einzelnen Bewerberinnen und Bewerber in einer Rangliste gereiht werden.
Die Aufnahme des Lehrpersonals an den Grund- und Sekundarschulen in der Provinz Bozen erfolgt gemäß der Position der Bewerberin oder des Bewerbers in den Bewertungsrangordnungen des Wettbewerbs nach Prüfungen und Titeln, in den Landesranglisten oder in den Schulranglisten.
Freie Stellen werden durch den Abschluss eines zeitlich unbefristeten Arbeitsvertrages zwischen Schulamtsleiter und Lehrperson besetzt. Für Stellen, welche für das ganze Schuljahr verfügbar sind, und für Stellen in Vertretung von abwesenden Lehrpersonen werden zeitlich befristete Arbeitsverträge zwischen Schulführungskraft und Lehrperson abgeschlossen.

Bewertungsrangliste eines Wettbewerbes nach Prüfungen und Titeln
Die Bewertungsrangliste wird nach der Durchführung eines Wettbewerbs nach Prüfungen und Titeln erstellt. Die Gesamtpunktezahl in der Rangliste setzt sich zusammen aus den Punkten der schriftlichen, mündlichen und/oder praktischen Prüfungen und der Bewertung der Titel. Diese Rangliste wird nur für die Vergabe von Stellen zum Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrages (Aufnahme in die Stammrolle) verwendet.

Landesranglisten
Im Jahre 2001 erstellte das Deutsche Schulamt erstmals die sogenannten permanenten Ranglisten auf der Grundlage des Gesetzes vom 3. Mai 1999, Nr. 124. Mit Wirkung ab 1. Jänner 2007 wurden die permanenten Ranglisten gemäß Staatsgesetz vom 27. Dezember 2006, Nr. 296, in Ranglisten mit Auslaufcharakter umgewandelt. Somit war eine Eintragung in diese Ranglisten im April 2007 zum letzten Mal möglich. Personen, welche im akademischen Jahr 2006/2007 eine Ausbildung zur Lehrperson absolvierten, konnten sich mit Vorbehalt in die Ranglisten eintragen lassen.
Das Landesgesetz vom 14. März 2008, Nr. 2, betreffend »Bestimmungen im Bereich Bildung«, legte die rechtliche Grundlage für die Errichtung von Landesranglisten, die der unbefristeten und befristeten Aufnahme von Lehrpersonen dienen und die Ranglisten mit Auslaufcharakter ersetzen.
Im März 2009 genehmigte die Landesregierung zwei Beschlüsse für die Errichtung der Landesranglisten: Der Beschluss vom 9. März 2009, Nr. 616, enthält die Bewertungstabelle für die Landes- und Schulranglisten und der Beschluss vom 30. März 2009, Nr. 916, regelt die Errichtung der Landes- und Schulranglisten und die Aufnahme des Lehrpersonals.
Diese Landesranglisten werden zum ersten Mal in Hinblick auf das Schuljahr 2009/2010 errichtet.
Voraussetzung für die Eintragung in die Landesranglisten ist der Besitz der Eignung für den Unterricht an der Grundschule oder der Lehrbefähigung für den Unterricht an Sekundarschulen.

Die Eignung für den Unterricht an der Grundschule erwirbt man

  • mit dem Laureat in Bildungswissenschaften für den Primarbereich (Fachrichtung Grundschule) oder 
  • über einen ordentlichen Wettbewerb (Wettbewerb nach Prüfungen und Titeln) oder 
  • über eine außerordentliche Prüfungssession mit vorhergehendem Kursbesuch oder 
  • über die Anerkennung der in einem EU-Land erworbenen Berufsberechtigung oder
  • für den katholischen Religionsunterricht mit dem »Bakkalaureat in Religionspädagogik« oder dem (fünfjährigen) Diplom des »Magistero in scienze religiose«.

Die Lehrbefähigung für den Unterricht an einer Sekundarschule 1. und 2. Grades erwirbt man

  • mit dem Besuch der zweijährigen Spezialisierungsschule für den Sekundarschulunterricht bezogen auf eine Wettbewerbsklasse laut Tabelle A des Ministerialdekretes 39/1998 oder
  • über einen ordentlichen Wettbewerb (Wettbewerb nach Prüfungen und Titeln) oder
  • über eine außerordentliche Prüfungssession mit vorhergehendem Kursbesuch oder
  • über die Anerkennung der in einem EU-Land erworbenen Berufsberechtigung oder
  • für den Musik- oder Instrumentalunterricht mit dem Diplom für Musikdidaktik oder für Instrumentalunterricht in der Mittelschule (und zwar nur in Verbindung mit dem Abschlussdiplom einer Sekundarschule 2. Grades und dem Diplom des Konservatoriums) oder
  • für den Unterricht von Kunsterziehung mit dem Diplom der didaktischen Fachrichtung der Kunstakademie (»COBASLID«) oder
  • für den katholischen Religionsunterricht mit dem »Bakkalaureat in Religionspädagogik« oder dem (fünfjährigen) Diplom des »Magistero in scienze religiose« und einem einjährigen berufsbegleitenden Unterrichtspraktikum.

Die Bewerberin oder der Bewerber kann in einer Provinz die Eintragung in die Ranglisten jener Stellenpläne der Grundschule bzw. Wettbewerbsklassen der Sekundarschule beantragen, für welche sie oder er die entsprechende Eignung bzw. Lehrbefähigung besitzt.
Die Reihung der Bewerberin oder des Bewerbers in der Landesrangliste erfolgt aufgrund der Punktezahl, die sich nach Bewertung der Titel und der Unterrichtsdienste laut Bewertungstabelle unter Berücksichtigung der verschiedenen Vorränge ergibt.
Besitzt eine Bewerberin oder ein Bewerber zusätzliche Spezialisierungstitel, hat sie oder er Vorrang für Stellen für den Integrationsunterricht, für den Unterricht von Englisch an der Grundschule oder für den Unterricht an Schulen mit differenziertem Unterricht in Montessori-Pädagogik. In die entsprechenden Verzeichnisse werden diese Personen dann mit der Punktezahl, mit der sie in der Landesrangliste aufscheinen, übertragen.
Die provisorischen Landesranglisten werden vom Schulamtsleiter genehmigt und an der Anschlagtafel des Schulamtes veröffentlicht. Gegen die provisorischen Ranglisten kann innerhalb von 5 Tagen Einspruch beim Schulamtsleiter erhoben werden. Nach Ablauf der Einspruchsfrist und der Entscheidung über die Einsprüche werden die Landesranglisten vom Schulamtsleiter definitiv genehmigt.
Eine Neueintragung in die Landesranglisten ist nur bis 30. April 2009 möglich. Personen, welche im akademischen Jahr 2006/2007 oder 2007/2008 eine Ausbildung zur Lehrperson absolvierten, konnten sich mit Vorbehalt in die Ranglisten eintragen lassen.
In den folgenden Jahren können die eingetragenen Bewerberinnen und Bewerber aber weiterhin innerhalb des vom Schulamtsleiter festgelegten Termins um Neuberechnung der Punkte oder um Aufhebung des Vorbehaltes ansuchen. Die Landesranglisten bleiben aufrecht, bis sie aufgebraucht sind, d. h. bis alle Bewerber in den Ranglisten einen unbefristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen haben.


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Die rechtlichen Grundlagen für die Erstellung der Schulranglisten bilden das Landesgesetz Nr. 2/2008 und die Beschlüsse der Landesregierung Nr. 616/2009 und Nr. 916/2009.
Die Termine und die organisatorischen Maßnahmen für die Einreichung der Gesuche um Aufnahme in die Schulranglisten und für die Erstellung der Ranglisten werden mit Rundschreiben des zuständigen Schulamtsleiters festgelegt. Die Schulranglisten werden jedes Jahr neu erstellt.

Für die Eintragung in die Schulranglisten müssen die Bewerberinnen und Bewerber im Besitz des gültigen Zulassungstitels sein.
Für die Ranglisten der Grundschulen ist dies:

  • die Eignung, die bei einem ordentlichen Wettbewerb oder einer außerordentlichen Prüfungssession erworben wurde, oder 
  • das Laureat in Bildungswissenschaften für den Primarbereich – Sektion Grundschule oder 
  • die Anerkennung der in einem EU-Land erworbenen Berufsberechtigung oder 
  • das Diplom der Lehrerbildungsanstalt, sofern es innerhalb des Schuljahres 2001/2002 erworben wurde oder 
  • ein Studientitel für den Zugang zu den Landesstellenplänen der Religionslehrerinnen und -lehrer gemäß Dekret des Landeshauptmanns vom 2. Juli 2008, Nr. 1146/16.3.

Für die Ranglisten der Sekundarschule ist dies:

  • die Lehrbefähigung oder Eignung, die bei einem ordentlichen Wettbewerb oder einer außerordentlichen Prüfungssession erworben wurde, oder
  • der Abschluss der Spezialisierungsschule für den Sekundarschulunterricht (»S.S.I.S.«) oder
  • die Anerkennung der in einem EU-Land erworbenen Berufsberechtigung oder
  • ein gültiger Studientitel laut Ministerialdekret vom 30. Jänner 1998, Nr. 39, Ministerialdekret vom 17. Februar 1999, Nr. 44, oder gemäß Ministerialdekret vom 9. Februar 2005, Nr. 22, oder gemäß Beschluss der Landesregierung Nr. 902 vom 26. März 2006 (Fachlaureate) oder gemäß Beschluss der Landesregierung Nr. 3422 vom 25. September 2006 oder
  • das Diplom für Musikdidaktik (in Verbindung mit dem Abschlussdiplom einer Sekundarschule 2. Grades und Diplom des Konservatoriums)
  • ein Studientitel für den Zugang zu den Landesstellenplänen der Religionslehrerinnen und -lehrer gemäß Dekret des Landeshauptmanns vom 2. Juli 2008, Nr. 1146/16.3.

Die Bewerberin oder der Bewerber kann die Eintragung in die Schulranglisten jener Stellenpläne der Grundschule bzw. Wettbewerbsklassen der Sekundarschule beantragen, für welche sie oder er die entsprechende Eignung oder Lehrbefähigung bzw. den gültigen Studientitel besitzt. Gleichzeitig kann sie oder er bis zu zehn Schuldirektionen angeben, in welchen sie oder er in den Schulranglisten eingetragen werden möchte.
Für die Bearbeitung des Gesuches ist die Schule zuständig und verantwortlich, bei welcher das Gesuch eingereicht wird. Jede Schule erstellt eine eigene Schulrangliste für jedes Fach (Stellenpläne oder Wettbewerbsklassen), das an dieser Schule effektiv unterrichtet wird. Sie gibt alle Angaben der Lehrpersonen in das Computerprogramm zur Erstellung der Schulranglisten ein und veröffentlicht die provisorischen und definitiven Schulranglisten. Gegen die Erstellung der Schulranglisten kann innerhalb von 10 Tagen nach Veröffentlichung der provisorischen Ranglisten bei der Schule, die sie erstellt hat, Beschwerde eingereicht werden. Die definitiven Schulranglisten werden dann von der Schulführungskraft genehmigt.

Abschluss von unbefristeten Arbeitsverträgen - zurück zum Anfang...
Laut Beschluss der Landesregierung Nr. 916/2009 können für den Abschluss von unbefristeten Arbeitsverträgen 90 Prozent der freien und verfügbaren Stellen im tatsächlichen Plansoll vergeben werden, soweit diese Stellen bereits im rechtlichen Plansoll vorhanden waren.
Die Hälfte dieser Stellen ist den Bewerberinnen und Bewerbern vorbehalten, die in Bewertungsrangordnungen der Wettbewerbe nach Prüfungen und Titeln aufscheinen, während die andere Hälfte jenen zugeteilt wird, welche in den Landesranglisten eingetragen sind.
Das Dekret des Schulamtsleiters über die Anzahl der Stellen, die für die Aufnahme in die Stammrolle zur Verfügung stehen, und das Stellenverzeichnis werden an der Anschlagtafel und auf der Homepage des Schulamtes unter www.provinz.bz.it/schulamt veröffentlicht.

Vergabe der Stellen für den Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen  - zurück zum Anfang...
Der Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen an den Grund-, Sekundar- und Kunstschulen Südtirols ist ebenfalls vom Beschluss der Landesregierung Nr. 916/2009 geregelt. Zur Vergabe der Stellen werden die Landesranglisten und die Schulranglisten verwendet.

Bei der Stellenwahl werden folgende Arten von Stellen angeboten:
   a. Jahressupplenzen zur Besetzung von freien Stellen, wobei ein Arbeitsverhältnis bis zum 31. August des jeweiligen Schuljahres begründet wird;
   b. zeitweilige Supplenzen bis zum Ende der didaktischen Tätigkeiten zur Besetzung von bis zum Ende des Schuljahres verfügbaren Stellen sowie von Reststunden, mit Arbeitsverhältnis bis 30. Juni des
       jeweiligen Schuljahres;
   c. zeitweilige Supplenzen, in allen anderen Fällen, mit zeitlich befristeten Arbeitsverträgen beschränkt auf die für die Diensterfordernisse notwendige Dauer.

Lehrpersonen können aufgrund ihrer Position in den Ranglisten bei einer Stellenwahl Ende August jene Stellen wählen, welche ab Beginn des Schuljahres zu besetzen sind. Jene Lehrpersonen, die mit Vorbehalt in Ranglisten eingetragen sind, dürfen keine Stelle wählen, solange der Vorbehalt besteht.
Für die Grundschule erfolgt die Vergabe der Stellen bei einer dezentralen Stellenwahl über LASIS an den Schulen. Die Supplenzstellen für alle Wettbewerbsklassen an den Mittel- und Oberschulen werden hingegen bei einer zentralen Stellenwahl in Bozen vergeben.

Mitte August wird das Stellenverzeichnis auf der Homepage des Schulamtes veröffentlicht. Die Lehrpersonen können sich somit vor der Stellenwahl die Stellen für den Abschluss von befristeten Arbeitsverträgen im Stellenverzeichnis ansehen und sich über die Abwesenheitsdauer der Stelleninhaber an den Schulen informieren. Der Zeitplan und Hinweise für die Durchführung der Stellenwahl werden mit Rundschreiben des Schulamtsleiters festgelegt.

Sind Stellen erst nach Durchführung dieser Stellenwahl zu besetzen, werden sie von den Schulführungskräften an Lehrpersonen in den jeweiligen Schulranglisten vergeben.

(aktualisiert am 09.04.2009)