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Maßnahmen in der Zinspolitik: Treffen mit Südtiroler Banken

Bei einem Treffen mit den Südtiroler Banken hat sich der Landeshauptmann für Maßnahmen zur Entlastung von Familien und Unternehmen ausgesprochen und die Unterstützung des Landes zugesagt.

Um mögliche Entlastungsmaßnahmen für Familien und Unternehmen vor dem Hintergrund steigender Zinsen ging es kürzlich (6. Oktober) bei einem Treffen des Landeshauptmanns mit den Banken und Kreditinstituten, darunter die Raiffeisenkassen, die Südtiroler Sparkasse, die Volksbank, die Raiffeisenkassen Ritten und St. Martin in Passeier, Mediocredito sowie Cassa Rurale Novella e Alta Anaunia und Cassa Rurale Val di Fiemme im Landhaus in Bozen. Das Treffen fand auf Initiative des Landeshauptmanns und Finanzlandesrates statt, um mögliche zinspolitische Maßnahmen zur Unterstützung von Familien und Unternehmen zu vereinbaren, "wie dies in Corona-Zeiten erfolgreich geschehen" sei. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) auf den von der Wirtschafts- und Finanzkrise verursachten Inflationsanstieg mit einer mehrfachen Anhebung des Leitzinses reagiert hat, macht sich diese Zinsanhebung auch in Südtirol bemerkbar: Familien und Unternehmen, die Darlehen oder Kredite aufgenommen haben, spüren zunehmend die steigende Zinslast

Heizkostenpauschale soll steigende Energiekosten abfedern

Bei dem Treffen informierte der Landeshauptmann die Vertreter der Banken darüber, dass die Südtiroler Landesregierung demnächst als erste Maßnahme zur Abfederung der steigenden Energiekosten die Genehmigung einer Heizkostenpauschale für die Wintermonate beabsichtige. Der Landeshauptmann appellierte an die Banken und Kreditinstitute, die eigenen Spielräume in der Zinspolitik zugunsten der Familien und Betriebe zu nutzen.

Banken sprechen von "relativ ruhiger Lage"

Bei der gemeinsamen Analyse der Lage bezeichneten mehrere Vertreter der Südtiroler Bankinstitute die Lage im Zusammenhang mit der Zinsentwicklung als "relativ ruhig". Der Großteil der Darlehensraten würde ordnungsgemäß zurückgezahlt. Einerseits seien in den vergangenen Jahren viele Wohnbaudarlehen zu einem fixen Zinssatz vergeben worden und andererseits gebe es bei einigen Bankinstituten das Bestreben, in dieser Übergangsphase den Schuldnerinnen und Schuldnern entgegenzukommen. Schlussendlich sei es im Interesse der Banken selbst, dass es zu keinen Kreditausfällen komme. Mit Blick auf das restliche Staatsgebiet und das europäische Ausland wurde vonseiten der lokalen Bankinstitute unterstrichen, dass Südtirol überdurchschnittlich gut dastehe und das stabile Wirtschaften sich in dieser Situation bezahlt mache. Der Landeshauptmann betonte die Wichtigkeit, dass die Bankinstitute den Schwächsten der Gesellschaft unter die Arme greifen und Härtefälle im Dialog zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung führen sollten.

Nachhaltigkeitsfonds geplant

Der Landeshauptmann diskutierte mit den Vertretern der Südtiroler Banken anschließend auch über den Vorschlag, gezielte Förderprogramme in Form von Zinszuschüssen an Unternehmen aufzulegen. Konkret könnten Investitionen, welche in die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals – SDG) einzahlen, vonseiten des Landes durch Zinszuschüsse unterstützt werden. Ein mögliches Vehikel dafür könnte die Landeskapitalanlagegesellschaft Euregio Plus SGR sein, bei der ein spezifischer Nachhaltigkeitsfonds angelegt werden könnte, in den wiederum auch Südtiroler Banken Kapital einbringen könnten.

Für die Landesverwaltung nahmen an der Aussprache mit den Banken auch der für Finanzen zuständige Generaldirektor Alexander Steiner und der für Europa, Innovation, Forschung und Kommunikation zuständige Ressortdirektor Ulrich Stofner teil. 


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LPA/red/jw