Aktuelles

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Burgkapellen: Formen – Funktionen – Fragen

Internationale Tagung, Brixen, Hofburg und Cusanus-Akademie, 2. bis 5. September 2015

Das Schloss Gandegg mit der Maria-Schnee-Kapelle um 1610. Südtiroler Landesarchiv, Codex Brandis

Burgkapellen stehen gewöhnlich etwas im Schatten einer ansonsten blühenden Burgenforschung. In Südtirol sind es allenfalls die Kapellen von Hocheppan, Montani oder Schloss Tirol, die - zu Recht - aufgrund ihrer Ausstattung die besondere Aufmerksamkeit der Kunstwissenschaften genießen und auch einer breiteren Öffentlichkeit bekannt sind.

Dabei waren Kapellen, Andachtsräume oder schlichte Altarnischen in Mittelalter und Frühneuzeit integraler Bestandteil der allermeisten Burgen und Schlösser. Die Kapelle in der eigenen Feste diente der Andacht des Burgherrn, seiner Familie und seiner Hausgenossen und war, zumal wenn mit einem eigenen Hausgeistlichen, einem Burgkaplan, oder mit Messstifungen ausgestattet, auch ein Statussymbol und ein Kristallisationspunkt sowohl der persönlichen Frömmigkeit als auch des liturgischen Totengedenkens.

Die vom Südtiroler Landesarchiv ausgerichtete, von Dr. Gustav Pfeifer (Bozen) und Prof. Dr. Kurt Andermann (Karlruhe/Freiburg i. Br.) konzipierte Brixner Tagung versucht, das Phänomen Burgkapelle multiperspektivisch in den Blick zu nehmen: Grundfragen der Rechts-, Verfassungs-, Sozial- und Frömmigkeitsgeschichte werden dabei ebenso zur Sprache kommen wie Patrozinien, Fragen der Sachkultur, der künstlerischen Ausstattung, der Topographie sowie die Rolle und Funktion von Burgkaplänen. Ein Schwerpunkt der Tagung wird auf dem Alttiroler Raum liegen. Vergleichend und kontrastierend dazu werden einzelne Referate sich aber auch mit Burgkapellen in Friaul und Veneto, im süddeutschen Raum, in Donauösterreich und Südböhmen, England, Burgund, Norddeutschland und Dänemark befassen. Konkretisiert werden die derart gewonnenen Eindrücke mit einer abschließenden Exkursion zur alten und zur neuen Burgkapelle von Rodenegg und zum Altarerker auf Burg Reifenstein.

Die Veranstalter der öffentlich zugänglichen, internationalen Tagung bezwecken mit den Vorträgen und Diskussionen, das landläufige Bild von mittelalterlichen Burgkapellen um weitere Facetten zu bereichern. Die Tagungsakten sollen 2017 in den „Veröffentlichungen des Südtiroler Landesarchivs" im Druck vorgelegt werden.

Unten finden Sie das Tagungsprogramm mit weiteren Informationen.

PT

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