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Test des neuen Alarmierungssystems: Simulation eines Staudammbruchs

Das neue öffentliche Alarmierungssystem IT-alert geht in eine neue Testphase: Am 25. Jänner wird in einem Test das Szenario eines Bruchs der Staumauer des Staubeckens von Olang simuliert.

Das neue öffentliche Alarmierungssystem IT-alert wird in den kommenden Wochen erneut italienweit erprobt. Nach einem ersten allgemeinen Test in Südtirol am 13. Oktober (LPA hat berichtet) werden die Abläufe jetzt anhand eines konkreten Szenarios überprüft. Für Südtirol wurde für den Test des neuen Alarmierungssystems folgende Übung angesetzt: Bei einer Simulation wird der Bruch der Staumauer Welsberg des künstlichen Staubeckens in der Gemeinde Olang angenommen und durchgespielt. Am Donnerstag kommender Woche, dem 25. Jänner, wird gegen Mittag eine Test-Nachricht des neuen Alarmierungssystems IT-alert an alle empfangsbereiten Mobiltelefone in jenen Gemeinden gesendet, die sich flussabwärts entlang der Rienz befinden und im Ernstfall von der Flutwelle betroffen wären. Dabei handelt es sich um die Gemeinden Olang, Rasen-Antholz, Percha, Bruneck, St. Lorenzen, Kiens, Vintl und Rodeneck. "In Notfallsituationen ist schnelle und verlässliche Information lebenswichtig. Unser Zivilschutz arbeitet mit großem Einsatz an der ständigen Verbesserung der Abläufe, um möglichst alle in die Lage zu versetzen, im Ereignisfall angemessen reagieren zu können", erklärt Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Der Olanger Stausee liegt im oberen Pustertal und staut die Rienz auf einer Höhe von bis zu 1055 Metern, er hat eine Fläche von bis zu 44 Hektar. Der Stausee dient der Energiegewinnung. Während dieser Übung mit dem neuen Alarmsystems IT-alert ist es möglich, dass die Nachrichten auch von Mobiltelefonen außerhalb der acht unmittelbar betroffenen Gemeinden empfangen werden. Die Mobiltelefone von Personen, die sich in der Nähe des Testgebiets befinden und daher an angrenzende Mobilfunkzellen angeschlossen sind, können deshalb am 25. Jänner zwischen 12 Uhr und 13 Uhr von einer Test-Nachricht von IT-alert erreicht werden, dies wird als Overshooting bezeichnet. Davon betroffen sein können Gebiete in Osttirol sowie folgende Gemeinden in Südtirol, die an das Testgebiet angrenzen: Sand in Taufers, Pfitsch, Mühlwald, Mühlbach, Gsies, Gais, Terenten, Pfalzen, Welsberg-Taisten, Natz-Schabs, Lüsen, Prags, Enneberg.

Die Agentur für Bevölkerungsschutz hat die Bürgermeister dieser Gemeinden im Vorfeld in einem Rundschreiben über die Übung informiert. Da es sich um eine Kommunikationsübung handelt, sind keine weiteren Tätigkeiten geplant, außer dem Versand von Mitteilungen, die im Zusammenhang mit großen Stauseen vorgesehen sind, etwa über die App Gem2Go.

Signal wird etwa eine Stunde lang von 12 bis 13 Uhr am 25. Jänner gesendet

Das Signal wird etwa eine Stunde lang gesendet, das heißt, wer sein Mobiltelefon erst nach 12 Uhr einschaltet oder sich erst nach 12 Uhr in den Sendebereich der Übung begibt, kann die Benachrichtigung noch bis 13 Uhr erhalten.

Wenn sich in einem bestimmten Gebiet ein Notfall größeren Ausmaßes ereignet, sollen die dort befindlichen Personen in Zukunft mit einem zusätzlichen Alarmsystem verständigt werden. IT-alert gilt als das modernste Alarmierungssystem und befindet sich derzeit in der Testphase. Die Auslösung von IT-alert erfolgt zunächst nur zentral und ist auf bestimmte Ereignisse beschränkt, wie etwa in diesem Fall ein Bruch eines großen Staudammes, eine durch Erdbeben ausgelöste Flutwelle, nukleare Unfälle oder Störfälle in Industrieanlagen. IT steht dabei für Italien, Alert heißt Warnung. Diese Push-Nachricht erhalten alle empfangsbereiten Mobiltelefone.

IT-alert-Nachrichten basieren auf der Cell-Broadcast-Technologie, einer einseitigen Kommunikationsart für kurze Textnachrichten, die in den Mobiltelefonnetzen zur Verfügung steht. Wenn die IT-alert-Benachrichtigung auf dem Gerät eintrifft, werden alle anderen Funktionen des Mobiltelefons vorübergehend blockiert. Um das Gerät wieder normal nutzen zu können, muss auf die Benachrichtigung getippt werden, um den Empfang zu bestätigen. Behörden, die Menschen im Katastrophenfall warnen wollen, brauchen keine persönlichen Daten von Handybesitzern, keine Telefonnummer, keinen Standort. Die zuständigen Institutionen warnen anonym alle, die in diesem Moment in einem Gefahrenbereich sind - am kommenden Donnerstag geschieht dies in einer Simulation.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Landesagentur für Bevölkerungsschutz und auf der Website des nationalen Zivilschutzes.


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LPA/mac