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"Ladinische Identität durch gelebte digitale Präsenz stärken"

Offizieller Auftakt Interreg-Projekt DIGI-RLF in Bozen: Ladiner, Bündnerromanen und Friauler ziehen bei Digitalisierung an einem Strang

BOZEN (LPA). Die digitale Zukunft der drei rätoromanischen Minderheitensprachen Ladinisch in Südtirol, Bündnerromanisch in Graubünden und Friulanisch im Friaul soll durch das grenzüberschreitende Kooperationsprojekt Interreg-Projekts DIGI-RLF gefördert werden: Der offizielle Auftakt ist am 18. Februar mit Vertretern und Vertreterinnen aller beteiligten Organisationen erfolgt.

Insbesondere soll eine Strategie für die digitale Transformation konzipiert, konkrete digitale Lösungen für die Bevölkerung sollen entwickelt werden. Durch die Eingabe rätoromanischer Sprachdaten in internationale standardisierte Datenbanken wird die Voraussetzung geschaffen, dass Bürgerinnen und Bürger beispielsweise Benutzeroberflächen von Software in Zukunft in der jeweiligen Minderheitensprache verwenden können. Ebenfalls werden KI-Modelle für Spracherkennung (Speech-to-Text) für Ladinisch und Romanisch entwickelt, die etwa die automatische Transkription von Sitzungen ermöglichen und so Verwaltungsabläufe vereinfachen können.

"Die Zusammenarbeit aller drei rätoromanischen Sprachen erlaubt uns, Sprachtechnologie gemeinsam zu entwickeln und mehr Dienstleistungen auf Ladinisch zu erbringen", wies der Direktor der Landesabteilung Ladinische Bildungs- und Kulturverwaltung Mathias Stuflesser bei der Auftaktveranstaltung auf die Wichtigkeit der Vernetzung und Synergien zwischen Sprachminderheiten hin.

Der Direktor für ladinische Bildung und Kultur André Comploi dankte Abteilungsdirektor Mathias Stuflesser und seinem Team für die Initiative sowie für das konsequente Vorantreiben dieses wichtigen Interreg-Projekts: "Die Zusammenarbeit aller maßgeblichen Institutionen, die sich für die rätoromanischen Sprachen einsetzen, ist dabei von entscheidender Bedeutung", unterstrich Comploi: "Nur so lässt sich nicht nur das Überleben unserer Minderheitensprache in einer globalisierten, digitalen Welt sichern, sondern auch die ladinische Identität – insbesondere auch bei den jüngeren Generationen – durch eine gelebte digitale Präsenz nachhaltig stärken."

Alessandro Fraenkel Haeberle vom Landesamt für europäische Integration ist Mitglied des Lenkungsausschusses. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit, betonte auch er, entstehe ein Mehrwert: "Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des Interreg-Programms zeigt, wie wertvoll europäische Kooperationen für Sprachminderheiten sind. Dadurch können innovative Antworten auf gemeinsame Herausforderungen gefunden und erprobt werden."


LPA/red/mac