Zusammenleben in Südtirol: Sprache, Gesellschaft und Kultur

Ab 2023 müssen laut Beschluss vom 30.12.2019, Nr. 1182, Bürger*innen aus Nicht-EU-Ländern (mit Außnahme der Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein), die für das Landesfamiliengeld, das Landesfamiliengeld plus und das Landeskindergeld ansuchen, sowohl ihre mündlichen Kenntnisse in einer der Landessprachen auf Niveau A2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen, als auch ihre Kenntnis der lokalen Gesellschaft und Kultur nachweisen. Wer um das Landeskindergeld 2023 bereits ab 1. September 2022 ansucht, muss schon zu diesem Zeitpunkt die Sprach- und Kulturkenntnisse belegen. Während es für den Sprachnachweis mehrere Möglichkeiten gibt, müssen alle Betroffenen die Kulturkurse besuchen, außer jene, die eine deutsche oder italienische Schule oder Universität besucht haben.

Wichtig: Sowohl der/die Antragstellende als auch der/die zusammenlebende Ehe- oder Lebenspartner*in müssen diese Anforderungen erfüllen. Wenn einer der Beiden italienischer Staatsbürger oder EU-Bürger ist und das Ansuchen stellt, muss vom anderen Partner kein Sprach- und Kulturnachweis erbracht werden, auch wenn er aus einem Nicht-EU-Land stammt.

Detaillierte Informationen finden Sie auf unserem Informationsblatt, das mit Hilfe einiger Sozialgenossenschaften in mehrere Sprachen übersetzt wurde: arabisch vom Amt für Jugendarbeit, albanisch von der Sozialsgenossenschaft Xenia und urdu von der Sozialgenossenschaft Savera.

Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen:

FAQ - Frequently Asked Questions

Ein Info-Flyer wird in ganz Südtirol verteilt. Bitte laden Sie sich den Flyer hier herunter: deutsch/italienisch,  englisch/französisch.

Es gibt folgende Möglichkeiten, die Sprachkenntnisse in einer der Landessprachen nachzuweisen:

  • Abgeschlossener Sprachkurs mind. Niveau A2 mit Empfehlung für einen Kurs auf höherem Sprachniveau mindestens B1.
  • Erfolgreich abgeschlossenes Schuljahr an einer deutschen oder italienischen Schule.
  • Frühere oder gegenwärtige Inskription an einer deutschen oder italienischen Universität.
  • Internationales Sprachzertifikat für die italienische oder deutsche Sprache oder bestandene Zweisprachigkeitsprüfung des Landes Niveau A2.
  • Bestandene Italienischprüfung für die langfristige EU Aufenthaltsgenehmigung bzw. Integrationsvereinbarung (ab 2012).
  • Anmeldung zur Prüfung oder bestandene einsprachige mündliche Prüfung Niveau A2 bei der Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen. Informationen bei der Koordinierungsstelle für Integration koordinierung-integration@provinz.bz.it.
  • Einschreibung in einen deutschen oder italienischen Sprachkurs:
    Die Antragstellenden müssen vorweisen können, jährlich 80 Unterrichtsstunden mit einer Mindestanwesenheit von 75% besucht zu haben. Dies gilt so lange, bis das Niveau A2 erreicht ist. Die Sparchkurse sind für Menschen aus Nicht-EU-Ländern kostenlos und können nach Absprache mit den Anbietern in jeder Südtiroler Gemeinde abgehalten werden.

Die Sprachkurse sind für Bürger*innen aus Nicht-EU-Ländern kostenlos und werden landesweit in Präsenz angeboten. Die Kurse können nach Absprache mit den Kursanbietern in allen Gemeinden Südtirols abgehalten werden.

Informationen und Anmeldungen Sprachkurse:

Eine Möglichkeit die Sprachkenntnisse nachzuweisen besteht darin, eine mündliche Prüfung Niveau A2 in deutscher oder italienischer Sprache bei der Dienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen zu bestehen. Im Moment der Antragstellung um das Landeskinder- oder familiengeld wird auch nur die Anmeldung zur Prüfung als Sprachnachweis anerkannt. Die Prüfung muss aber innerhalb eines Jahres ab Datum der Einschreibung zur Prüfung erfolgreich bestanden werden. Die Anmeldungen sind jetzt schon möglich, die Prüfungen finden ab November 2021 statt.

Termine: den nächsten Prüfungstermin erfahren Sie in Kürze.

Anmeldung: das ausgefüllte Formular an die Koordinierungsstelle für Integration koordinierung-integration@provinz.bz.it senden.

Informationen:
Koordinierungsstelle für Integration
koordinierung-integration@provinz.bz.it
Tel. 0471 413390

Es gibt folgende Möglichkeiten, die Kenntnisse der Südtiroler Kultur und Gesellschaft nachzuweisen:

  • Erfolgreicher Abschluss eines Schuljahres an einer deutschen oder italienischen Schule.
  • Frühere oder gegenwärtige Inskription an einer deutschen oder italienischen Universität.
  • Einschreibung in einen kostenlosen Kulturkurs

Die Kulturkurse werden in Präsenz angeboten und können nach Absprache mit den Kursanbietern in allen Gemeinden Südtirols abgehalten werden. Die Kulturkurse sind kostenlos, haben eine Anwesenheitspflicht von 100% und sind in drei Module zu je drei Stunden eingeteilt:

1. Modul: Südtirol gestern und heute
a)     Geschichte: Meilensteine der Geschichte Südtirols zum besseren Verständnis der Gegenwart (inkl. Institutionen)
b)     Geographie: mit Fokus auf Humangeographie + Südtirol im geopolitischen Spannungsfeld

2. Modul: Werte in Europa
Die Teilnehmenden setzen sich mit den zwölf Werten und Grundsätzen auseinander, die in der Charta der Grundrechte der EU vorgegeben sind.

3. Modul: Themenbündel Arbeit, Schule, Wohnen, Freizeit, Gesundheit
Die Teilnehmenden erweitern/vertiefen somit ihr Allgemeinwissen zum Spezialthema und kennen die Anlaufstellen, an die sie sich für individuelle Fragen und Bedürfnisse wenden können.

Informationen und Anmeldungen für die Kurse zur lokalen Gesellschaft und Kultur:

Die Koordinationsstelle für Integration bietet individuelle Beratungen (online, telefonisch, in Präsenz) zum Projekt "Zusammenleben in Südtirol" an.
Die individuellen Termine dauern eine halbe Stunde und richten sich an Nicht-EU-Bürger*innen, die um Landesfamilien- und Landeskindergeld ansuchen möchten. Sie richten sich aber auch an Integrationsreferent*innen und Mitarbeiter*innen im Bereich Migration und Integration.
Anmeldungen: Tel. 0471 413390 oder koordinierung-integration@provinz.bz.it