Zusammenleben in Südtirol: Sprache, Gesellschaft und Kultur

Kinder- und Familiengeld: Kenntisse der Sprache und Gesellschaftsthemen ab 2023 notwendig

Um das Zusammenleben in Südtirol für Mitbürger*innen aus Nicht-EU Ländern³ zu erleichtern, fordert das Land Südtirol ab 2023 Sprach- und Gesellschaftskenntnisse*. Diese sind zusätzlich zu den bereits bestehenden Voraussetzung²(z.B. mind. fünfjähriger Aufenthalt in Südtirol) für das Landesfamiliengeld, das Landesfamiliengeld plus und das Landeskindergeld notwendig. Es gibt mehrere Möglichkeiten für den Nachweis der Sprachkenntnisse. Alle Betroffenen müssen hingegen einen Gesellschaftskurs besuchen, außer jene, die eine deutsche oder italienische Schule oder Universität besucht haben.

Wichtig: Sowohl der/die Antragstellende als auch der/die zusammenlebende Ehe- oder Lebenspartner*in müssen den Nachweis erbringen. Wenn einer der Beiden italienischer Staatsbürger oder EU-Bürger ist, muss vom anderen Partner kein Sprach- und Kulturnachweis erbracht werden, auch wenn er aus einem Nicht-EU Land stammt.

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Informationen zum Projekt
Koordinierungsstelle für Integration
Tel. 0471 413390, koordinierung-integration@provinz.bz.it
Sprechstunden auf Vormerkung: Donnerstags 10.30 bis 12.30 Uhr.

²Informationen zu den Voraussetzungen für das Landesfamiiengeld und Landeskindergeld
ASWE Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung
https://aswe.provinz.bz.it, Tel. 0471 418311 - 0471 418309 - 0471 418314 - 0471 418303, aswe.asse@provinz.bz.it

Häufig gestellt Fragen FAQ
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen: FAQ - Frequently Asked Questions

³Ausnahme Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein, San Marino, Vatikan, Großbritannien mit Wohnsitz in Italien vor dem 31.12.20.
*Neue Regelung laut Beschluss Nr. 678 vom 20.09.2022.

Es gibt folgende Möglichkeiten, die Sprachkenntnisse in einer der Landessprachen nachzuweisen:

 

1. Abgeschlossener Sprachkurs mind. Niveau A2 mit Empfehlung für einen Kurs auf höherem Sprachniveau mindestens B1.

2. Erfolgreich abgeschlossenes Schuljahr an einer deutschen, italienischen oder ladinischen Schule.

3. Frühere oder gegenwärtige Inskription an einer deutschen oder italienischen Universität.

4. Internationales Sprachzertifikat für die italienische oder deutsche Sprache oder bestandene Zweisprachigkeitsprüfung des Landes Niveau A2.

5. Bestandene Italienischprüfung für die langfristige EU Aufenthaltsgenehmigung oder zur Erfüllung der Integrationsvereinbarung.

6. Anmeldung oder bestandene einsprachige mündliche Sprachrüfung Niveau A2 bei der Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen. Informationen und Anmeldung bei der Koordinierungsstelle für Integration zusammenleben.convivere@provinz.bz.it.

7. Anmeldung oder erfolgreicher Abschluss eines deutschen oder italienischen 40-Stunden Sprachkurses bei einer zertifizierten Einrichtung:
Die Antragstellenden müssen vorweisen können, jährlich 40 Unterrichtsstunden mit einer Mindestanwesenheit von 75% besucht zu haben. Dies gilt so lange, bis das Niveau A2 erreicht ist. Die Sparchkurse sind für Menschen aus Nicht-EU-Ländern kostenlos und können nach Absprache mit den Anbietern in jeder Südtiroler Gemeinde abgehalten werden.

Die 40-Stunden Sprachkurse sind für Bürger*innen aus Nicht-EU-Ländern kostenlos und werden landesweit in Präsenz angeboten. Die Kurse können nach Absprache mit den Kursanbietern und bei mindestens 5 Teilnehmer*innen in allen Gemeinden Südtirols abgehalten werden.

Informationen und Anmeldungen Sprachkurse:

Eine Möglichkeit die Sprachkenntnisse nachzuweisen besteht darin, eine mündliche Prüfung Niveau A2 in deutscher oder italienischer Sprache bei der Dienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen zu bestehen. Im Moment der Antragstellung um das Landeskinder- oder familiengeld wird auch nur die Anmeldung zur Prüfung als Sprachnachweis anerkannt. Die Prüfung muss aber innerhalb eines Jahres ab Datum der Einschreibung zur Prüfung erfolgreich bestanden werden. Die Prüfung ist nur mündlich und dauert ca. 10 Minuten.

Termine: 15. und 20. Februar, 20. und 27. März

Anmeldung: das ausgefüllte Formular an die Koordinierungsstelle für Integration zusammenleben.convivere@provinz.bz.it senden.

Wo: Dienststelle für Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen, Südtirolerstraße 50, Bozen

Wichtig: Die Sprachprüfung gilt nicht für die Aufenthaltsgenehmigung.

Informationen:
Koordinierungsstelle für Integration
koordinierung-integration@provinz.bz.it
Tel. 0471 413390

Definition Sprachniveau A2:

Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben.

Möglichkeiten, die Kenntnisse der Südtiroler Gesellschafts- und Kulturthemen nachzuweisen:

1. Erfolgreicher Abschluss eines Schuljahres an einer deutschen oder italienischen Schule.

2. Frühere oder gegenwärtige Inskription an einer deutschen oder italienischen Universität.

3. Abschluss oder Anmeldung zu einem kostenlosen Gesellschaftskurs

Gesellschaftskurs:

Dauer: 3 Treffen zu jeweils 3 Stunden
Anmeldung:

Die Gesellschaftskurse werden in Präsenz angeboten und können nach Absprache mit den Kursanbietern in allen Gemeinden Südtirols abgehalten werden. Die Gesellschaftskurse sind kostenlos, haben eine Anwesenheitspflicht von 100% und sind in drei Module zu je drei Stunden eingeteilt:

1. Modul: Südtirol gestern und heute
a)     Geschichte: Meilensteine der Geschichte Südtirols zum besseren Verständnis der Gegenwart (inkl. Institutionen)
b)     Geographie: mit Fokus auf Humangeographie, Südtirol im geopolitischen Spannungsfeld

2. Modul: Die gemeinsamen Werte in Europa
Die Teilnehmenden setzen sich anhand des Spiels "Das Haus der gemeinsamen Werte", mit den zwölf Werten und Grundsätzen auseinander, die in der Charta der Grundrechte der EU vorgegeben sind. Hier geht's zum Video, das das Spiel erklärt.

3. Modul: Themenbündel Arbeit, Schule, Wohnen, Freizeit, Gesundheit
Die Teilnehmenden vertiefen ihr Allgemeinwissen zu bestimmten Themen und Anlaufstellen, an die sie sich für individuelle Fragen und Bedürfnisse wenden können.

Befreiung von der Nachweispflicht

Liegen vom Haus- oder Facharzt (Krankenhaus) bescheinigte schwerwiegende gesundheitlichen Gründe vor, die es dem Betroffenen unmöglich machen, den Sprach- und/oder Kulturnachweis zu erbringen, kann eine Befreiung von der Nachweispflicht gewährt werden. Hierfür muss vom Betroffenen ein Antrag auf Befreiung nur mittels Antragsformular per Mail an die Antidiskriminierungsstelle der Autonomen Provinz Bozen gestellt werden.

Wie: mit Antragsformular an befreiung@antidiskriminierungsstelle.bz.it

Antidiskriminierungsstelle
Cavourstr. 23/c, 39100 Bozen
befreiung@antidiskriminierungsstelle.bz.it

 

1. Individuelle Beratung

Die Koordinationsstelle für Integration bietet individuelle Beratungen (online, telefonisch, in Präsenz) zum Projekt "Zusammenleben in Südtirol" an.
Die individuellen Termine richten sich an Nicht-EU-Bürger*innen, die um Landesfamilien- und Landeskindergeld ansuchen möchten. Sie richten sich aber auch an Integrationsreferent*innen und Mitarbeiter*innen im Bereich Migration und Integration. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Termine: Donnerstagvormittag.
Anmeldungen: Tel. 0471 413390 oder koordinierung-integration@provinz.bz.it
Adresse
Koordinieurungsstelle für Integration, Landhaus 7, Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen
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2. Beratung vor Ort

Für Organisationen wie z.B. Gemeinden, Patronate, Schulen, Unternehmen, die mit Nicht-EU Bürger*innen häufig in Kontakt sind, bietet die Genossenschaft Donne Nissà kostenlos eine Beratung der Betroffenen vor Ort an. Bitte kontaktieren sie sie bei Bedarf.

Donne Nissà
Antonina Marasca
Tel. 0471 935444
antonina.marasca@nissa.bz.it

1. Infoblatt mit detaillierten Informationen

2. Info-Flyer

Den Flyer mit den wichtigsten Infos können Sie sich in italienisch herunterladen und an die Betroffenen verteilen.

3. Video
Das neue deutsche und italienische Video gibt die wichtigsten Infos.
Es wird in Zügen und Bussen Südtirols und auf You Tube gezeigt.

Radio-Interview
Interview mit Daniela Zambaldi zum Nachhören übersetzt in albanische Sprache auf Radio Tandem.

Informationen zu den Voraussetzungen für das Kinder- und Familiengeld des Landes
ASWE Agentur für soziale und wirtschaftliche Entwicklung
https://aswe.provinz.bz.it, Tel. 0471 41 83 11, aswe.asse@provinz.bz.it.

Informationen zum Projekt
Koordinierungsstelle für Integration
Tel. 0471 413390, koordinierung-integration@provinz.bz.it

Wie danken dem Amt für Jugendarbeit für die arabische Übersetzung des Infoblatts, der Sozialsgenossenschaft Xenia für die albanische Übersetzung und der Sozialgenossenschaft Savera für die Überestzung in Urdu.