Integration vor Ort

Gemeinden und Integrationsreferenten

Die öffentlichen Institutionen arbeiten in Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Beratungsbeiräten und den Integrationsreferenten, mit Organisationen und Verbänden vor Ort daran, Hindernisse für Integration und Inklusion zu erkennen und abzubauen. Spezifische lokale Situationen und Bedürfnisse bilden die Grundlage für die Planung und Umsetzung gezielter Maßnahmen in den verschiedenen Interventionsbereichen. Integration und Eingliederung können durch Aktionen auf lokaler Ebene erleichtert und möglich werden. Gezielte Projekte, dynamische Beziehungen auf allen Verwaltungsebenen, die Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und interessierten Bürgern und Bürgerinnen geben die notwendige Unterstützung, Integrationsprozesse vor Ort in die Praxis umsetzen.

Die Rolle der Integrationsreferenten der Gemeinden und der Bezirksgemeinschaften ist von wesentlicher Bedeutung für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie kennen die lokalen Bedürfnisse und können gezielt auf mögliche Probleme reagieren. Gemäß Art. 3.3 des Landesintegrationsgesetzes sind die Gemeinden und die Bezirksgemeinschaften verpflichtet, "aus den Reihen des jeweiligen Ausschusses ein Mitglied zu ernennen, das sich mit den Fragen der Integration ausländischer Bürgerinnen und Bürger zu befassen hat". Aufgrund ihrer territorialen Einzigartigkeit und des direkten Kontakts mit der Wohnbevölkerung kommt der Gemeinde daher eine Schlüsselrolle in der Integrationspolitik in Südtirol zu.

Die Integrationsreferenten der Gemeinden haben folgende Aufgaben:
  • Kontakt mit Migranten aufnehmen und ihnen erklären, welche Dienstleistungen von der Stadtverwaltung angeboten werden und welche Rechte und Pflichten alle Bürger und alle Bürgerinnen haben
  • ein Netzwerk zwischen Verbänden, Institutionen und einzelnen Akteuren vor Ort schaffen und diese koordinieren
  • Veranstaltungen und Prozesse auf lokaler Ebene zugunsten der Inklusion zu fördern, auch durch das oben erwähnte Netzwerk
  • der Kommunikation besondere Aufmerksamkeit schenken: sie muss integrativ sein
Hierfür kann dieser Fragebogen als nützliches Arbeitsinstrument eingesetzt werden.

Der Integrationsprozess auf Gemeindeebene kann auch durch die Gründung eines Integrationsbeirates vorangetrieben werden. Hierbei sieht das Landesintegrationsgesetz Nr. 12/2011 vor, dass in den Gemeinden und Bezirksgemeinschaften die Gründung von Beiräten gefördert wird.

Die Integrationsbeiräte fungieren in erster Linie als beratendes Organ und können den verschiedenen Gremien Gutachten, Stellungnahmen und Vorschläge unterbreiten. Außerdem wirken sie vor Ort als Impulsgeber zur Gestaltung der Integration, pflegen die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Verbänden/Vereinen der Dorfgemeinschaft und unterstützen Projekte.

Die Einrichtung eines Beirates erfolgt üblicherweise mittels Gemeinderatsbeschluss. Die Wahl des Beirates und dessen Beziehungen zu den Gemeindegremien werden im Rahmen entsprechender Verordnungen (Satzung bzw. Wahlordnung) geregelt, die wiederum mit Beschluss gefasst werden müssen. Die jeweiligen Gemeindesatzungen bestimmen hierbei die Vorgangsweise. Der Beirat kann zudem durch eine Geschäftsordnung geregelt werden, welche die vorgenannte Satzung ergänzen kann, jedoch den darin enthaltenen Bestimmungen nicht widersprechen darf.

In Südtirol gibt es zur Zeit folgende Beiräte:

Gemeindebeirat der Ausländer und Ausländerinnen von Bozen

Beirat für Integration und Migration - Meran

Beirat für Integration und Migration - Bruneck

Beirat für Integration und Inklusion - St. Lorenzen: "Gemeinsam Zukunft gestalten - Aktionsplan für Integration, Inklusion und Migration", "Geschäftsordnung des Beirates für Integration und Inklusion"

Einwanderungsbeirat - Olang

Integrationsbeirat Gröden: das Projekt "Living in Val Gardena"

Die Koordinierungsstelle für Integration finanziert Projekte Südtiroler Gemeinden und Bezirksgemeinschaften, die auf die Sensibilisierung in Bezug auf Migration und Integration abzielen. Außerdem sollen konkrete Integrations- und Inklusionsmaßnahmen, die neue Mitbürger*innen betreffen, gefördert werden. Gemäß dem Beschluss vom 19. Juli 2016, Nr. 811 "Kriterien zur Förderung des Integrationsprozesses", müssen die Projekte folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vom Menschen mit Migrationshintergrund fördern.
  • die Öffentlichkeit über die Themen Migration, Integration, Inklusion informieren und sensibilisieren.
  • den Multiplikatoren im Bereich der Integration Aus- und Weiterbildungsangebote bieten.
  • die Netzwerkarbeit und Kooperationen fördern.

Hier finden Sie die Antragsformulare:

Weitere Auskünfte bei der Koordinierungsstelle für Integration: 
koordinierung-integration@provinz.bz.it, Tel. 0471 413390

Die Koordinierungsstelle für Integration unterstützt Integrationsprozesse auf lokaler Ebene durch:

  • Beratungstätigkeiten
  • spezifische Leitfäden
  • die Gewährung von Zuschüssen für spezifische Projekte
  • die Durchführung von Studien und Forschungsarbeiten zum Verständnis der Entwicklung von Integrations- und Eingliederungspolitiken auf kommunaler Ebene. Die jüngste Studie "Vielfalt in den Gemeinden: Ein Überblick über Integrations- und Inklusionspolitiken auf Gemeindeebene", die in Zusammenarbeit mit Eurac Research durchgeführt wurde, ist im Abschnitt "Veröffentlichungen" zu finden.

 

Weitere nützliche Informationen für die Gemeinden: