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Bewusstseinsbildung und globales Lernen

Neben der Tätigkeit im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sowie zum Schutz kultureller und sprachlicher Minderheiten in den verschiedenen Entwicklungsländern, hat sich das Land immer auch für die Bewusstseinsbildung und das globale Lernen in Südtirol engagiert. Werte wie Solidarität, Gleichheit, Zusammenarbeit, Frieden und interkulturellen Dialog fördern. Ein besseres Verständnis von Ursachen und Auswirkungen der globalen Phänomene erzielen. Wissen vermitteln über das Nord-Süd-Ungleichgewicht, wirtschaftlich, sozial und ökologisch faire und nachhaltige Politik. Ein Weltbürgertum aufbauen, welches die Armut bekämpft und eine gerechtere und nachhaltige Entwicklung fordert. Das sind die Themen und Ziele der Bewusstseinsbildung.  

Etwa 15% des jährlichen Landesbudgets für die Entwicklungszusammenarbeit fließen in Projekte und Initiativen des Landes und der Organisationen im Bereich Bewusstseinsbildung und globales Lernen.

Jedes Jahr werden Seminare, Tagungen, internationale Konferenzen, Ausstellungen, Filmfestivals, Initiativen in Schulen, die sich an Schüler und Lehrer richten, Informationskampagnen zu Fragen der Armutsbekämpfung usw. finanziert. Bibliotheken und bereichsspezifische Beratungsdienste werden gefördert, z.B. die Bibliothek der OEW in Brixen (www.oew.org), die Bibliothek Kulturen der Welt (www.bibmondo.it), die Gesellschaft für bedrohte Völker (www.gfbv.it), TV-Berichte im Minet - Magazin für Minderheiten (www.minet.it). Einige der Bewusstseinsbildungsprojekte zielen darauf ab, die Bevölkerung über Entwicklungsprojekte, die Länder und Partner im Süden zu informieren, denn das ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Initiativen, die sich an Mittel- und Oberschulen richten und bei denen innovative und partizipative Methoden zum Einsatz kommen, werden vom Land Südtirol bevorzugt gefördert.

Jedes Jahr trifft der Koordinierungstisch der Bewusstseinsbildung, bei dem das Land und die Organisationen vertreten sind, zusammen und wählt ein Schwerpunktthema. Dieses Schwerpunktthema ist zwei Jahre lang gültig und es trägt dazu bei, dass Initiativen gemeinsam verwirklicht werden, Netzwerke zwischen den Akteuren entstehen und das gewählte Thema letztendlich mit einem größeren Gewicht an die Öffentlichkeit getragen wird 

Schwerpunktthema 2014/2015

Die Welt, die uns ernährt: Unsere Verantwortung für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung.

Unsere Erde verfügt über einen unschätzbaren Reichtum an Naturgütern und dennoch leiden Millionen von Menschen (laut FAO 1,8 Millionen) im Süden der Welt Hunger. Grund dafür sind unter anderem die ungleiche Verteilung der Rohstoffe und nicht kohärente politische und wirtschaftliche Entscheidungen. Die Nachfrage nach natürlichen Ressourcen steigt unaufhaltsam, zum einen, da aufgrund des Bevölkerungswachstums mehr Menschen versorgt werden müssen (9 Milliarden im Jahr 2050), zum anderen da sich das Konsumverhalten v. a. in den aufstrebenden Großmächten wie z.B. China und Indien verändert. Die Verantwortung für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion und für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen liegt v.a. im Norden dieser Welt.                                                                      Ernährungssicherheit und der Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung müssen in der Politik und Wirtschaft aller Staaten verankert werden. Der Wissensaustausch, Allianzen und Partnerschaften zum Schutz der Gemeingüter, ethisches Wirtschaften, die Unterstützung von Kleinproduzenten und Genossenschaften auf lokaler Ebene sowie ein verändertes Konsumverhalten und neue Lebensstile können einen konkreten Beitrag für eine ökosoziale Marktwirtschaft leisten. Vor allem in der Bewusstseinsbildung ist es wichtig, globale Zusammenhänge aufzuzeigen und hervorzuheben, dass das Handeln eines jeden Einzelnen zählt.


Schwerpunktthema 2013/2014

Das Recht auf eine kritische Information und die Rolle der Medien im Dialog der Kulturen

Menschen sollen selbstständig und kritisch denken, das war eine Kernforderung der Aufklärung, die die westliche Welt seit dem 17. Jh. prägt. Der Westen macht sich außerdem für Toleranz gegenüber anderem Glauben, Menschenrechte und die Schaffung von Pressefreiheit stark.
Denken kann kulturell geprägt sein, d.h. in unterschiedlichen Kulturkreisen herrschen verschiedene Denkmuster vor. Dies führt mitunter zu gegenseitigem Unverständnis, Missverständnissen und Konflikten.
Dort wo unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen, werden verschiedene Denkweisen oft deutlich sichtbar. Dann sind Toleranz und gegenseitiger Respekt gefragt, denn ohne diese Voraussetzungen ist eine für alle Beteiligten bereichernde Zusammenarbeit nicht möglich.
Die Medien werden häufig als vierte Staatsgewalt bezeichnet, was ihre Macht und ihren Einfluss auf das politische und gesellschaftliche Leben unterstreicht. In Konfliktsituationen im Süden der Welt haben Medien eine besondere Verantwortung. Durch sachliche Berichterstattung wird die Leser- und Hörerschaft informiert und sensibilisiert. Medien können also zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen und Konflikte entschärfen. Wenn die Botschaft jedoch verfälscht ist, können Konflikte gar noch angeheizt werden.