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Entwicklungszusammenarbeit und Schutz sprachlicher und kultureller Minderheiten

Entwicklungszusammenarbeit

Die Haupttätigkeit des Landes Südtirol im Bereich der internationalen Zusammenarbeit sind die Initiativen der Entwicklungszusammenarbeit, die zur Linderung der Armut im Süden und zur Förderung einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung beitragen sollen. Dies spiegelt sich auch im Einsatz der Mittel wieder: etwa 80% des für die internationale Zusammenarbeit bereitgestellten Landesbudgets fließt in die Entwicklungszusammenarbeit.

Neben den Projekten, die durch Vereine, Organisationen und einzelne Freiwillige verwirklicht werden, ist das Land Südtirol in verschiedenen Ländern und Regionen weltweit auch direkt in der Umsetzung eigener Entwicklungsprojekte und -programme aktiv.

Bei diesen direkten Projekten und Programmen arbeitet das Land Südtirol mit gleichrangigen lokalen Körperschaften des Empfängerlandes zusammen. Dabei wird v.a. in jenen Bereichen interveniert, in denen das Land Südtirol besondere Kompetenzen und Fachkenntnisse vorweisen kann (Zivil- und Katastrophenschutz, Berufsausbildung, nachhaltige Landwirtschaft, Schutz von Minderheiten, Fairer Handel, Forstwirtschaft, Umwelt, erneuerbare Energien, Gesundheit, Stärkung der Institutionen, Dezentralisierung der Verwaltung).

Die Zusammenarbeit wird durch ein Partnerschaftsabkommen oder eine Vereinbarung mit Gemeinden, Provinzen, Distrikten oder Regionen in Entwicklungsländern besiegelt. Die einzelnen Projekte, die verwirklicht werden, gliedern sich in ein Rahmenprogramm für die lokale Entwicklung ein und dienen dazu, dessen Ziele zu erreichen.

Die Programme sind in der Regel finanziell anspruchsvoller als die Projekte, die von  einzelnen Vereinen und Organisationen vorgeschlagen und umgesetzt werden. Sie erstrecken sich normalerweise über mehrere Jahre, umfassen verschiedene Initiativen und werden in enger Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und Institutionen realisiert, um die allgemeine Entwicklung einer Region im Einklang mit den örtlichen Entwicklungsprogrammen zu fördern.

Durch diese Art der Zusammenarbeit, soll die Bevölkerung des „Nordens“ und des „Südens“ die Möglichkeit erhalten, sich in allen Projektphasen aktiv einzubringen, in der Plandung, der Gestaltung und Durchführung. Subsidiarität ist das Prinzip der Entwicklungszusammenarbeit des Landes, d.h. dass eine nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung durch die Entfaltung der individuellen Fähigkeiten, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung der Akteure erzielt wird.

Schutz der sprachlichen und kulturellen Minderheiten

Eine der vorrangigen Aktivitäten des Landes im Bereich der internationalen Zusammenarbeit ist die Förderung des Friedens durch den Schutz von sprachlichen und kulturellen Minderheiten - ein Thema, zu dem Südtirol oft aufgefordert wird, Beratung und externe Unterstützung zu leisten. Dies begründet sich v.a. aus der Geschichte Südtirols, in der bei Konflikten zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen positive Lösungen gefunden wurden und aus der  Erfahrung des friedlichen und bereichernden Zusammenlebens.

Seit mittlerweile über zehn Jahren ist zum Beispiel die tibetische Exilregierung in engem Kontakt mit der Südtiroler Landesregierung und der Landesverwaltung. Es werden v.a. Erfahrungen und Informationen über das Südtiroler Autonomiestatut und den Minderheitenschutz ausgetauscht.

Der Schutz von sprachlichen und kulturellen Minderheiten zählt laut den Förderkriterien, die das Landesgesetz zur Entwicklungszusammenarbeit ergänzen, zu den prioritären Handlungsbereichen der Südtiroler Entwicklungszusammenarbeit. Aus diesem Grund können beim Land vorgelegte Projekte zum Thema Minderheitenschutz mit bis zu 70% der Gesamtkosten (maximale Landesfinanzierung) gefördert werden.