Netzwerk Interkulturelle Bibliotheksarbeit

Das Netzwerk Interkulturelle Bibliotheksarbeit möchte den Austausch der Kulturen und die Kooperation der interkulturellen und sozialen Vereine Südtirols unterstützen. Gezielte Projekte sollen das Interesse an Sprachen und Kulturen wecken und den Vorteil der Mehrsprachigkeit und die Vielfalt des kulturellen Ausdrucks vermitteln.

Seit dem ersten Netzwerktreffen im April 2018 in Bozen, trifft sich das Netzwerk Interkulturelle Bibliotheksarbeit ein- bis zweimal jährlich, um sich zum Thema Interkulturelle Bibliotheksarbeit auszutauschen, um die Bedürfnisse der öffentlichen Bibliotheken zu erkunden und um Kontakte und Interaktionen zu fördern.

Das Netzwerk setzt sich aus Leiter*innen und Mitarbeiter*innen von öffentlichen Bibliotheken und Institutionen im Bereich der Leseförderung zusammen. Die Gruppe ist offen, d. h. Interessierte, die sich gerne beteiligen und vom Austausch profitieren möchten, sind jederzeit zur Teilnahme an den Netzwerktreffen eingeladen.

 

Das Treffen am 31. Mai setzte den Fokus auf Tätigkeiten und Projekte, die für die interkulturelle Bibliotheksarbeit und Förderung des interkulturellen Dialogs relevant sind.

Projekte:

Kulturen der Welt: das Angebot der Fachbibliothek, mit Sabrina Bussani (BCM)

Als Dokumentationszentrum der Dritten Welt 1985 gegründet, entwickelte sich die Bibliothek Kulturen der Welt (BCM) zu einer anerkannten Fachbibliothek mit dem Ziel, das Wissen und das Bewusstsein über "andere" Kulturen, die Menschenrechte und die vielen umfangreichen Themenbereiche, die mit diesen Grundthemen zusammenhängen, zu fördern. BCM ist ein gemeinnütziger Verein, der neben der Bibliotheksarbeit ein dauerhaftes Zentrum des freiwilligen und demokratischen Vereinslebens sein möchte und dessen Tätigkeit Ausdruck von Partizipation, Solidarität und Pluralismus ist.

Wanderausstellung RESONANCE, Projekt der Koordinierungsstelle für Integration

Für das Projekt Kooperation & Resonanz hat die Werkstatt für Gestaltung GRUPPE GUT ein Konzept zur Realisierung einer multimedialen Wanderausstellung erstellt, die mit dem technischen Beitrag des Landesamtes für Film und Medien realisiert wurde. Die Wanderausstellung zeigt, wie durch die direkte Begegnung Berührungsängste abgebaut und Vorurteile reflektiert werden.

#multilingual Vorleseaktion, mit Sonja Logiudice (Amt für Weiterbildung)

Die Vorleseaktion richtet sich an Oberschüler*innen, die zu Hause eine andere Sprache als Deutsch, Italienisch oder Ladinisch sprechen. Ziele der Aktion sind, die Oberschüler*innen in ihrem sprachlich-kulturellen Selbstwert zu stärken, den kleinen Kindern ein kurzes Lese-Erlebnis in ihrer Sprache zu bieten, alle Erstsprachen wertzuschätzen und sie als Ressource für die Mehrsprachigkeit in Südtirol zu sehen. Die kleinen Zuhörer*innen, die außer in ihrer Familie nur sehr selten eine Geschichte in ihrer Muttersprache vorgelesen bekommen, können sich mit einem einfachen Klick die Geschichte anhören und ansehen.

Das Haus der gemeinsamen Werte, mit Roberta Medda-Windischer und Anna-Kira Pirhofer (EURAC Research)

Das Brettspiel, das im Rahmen des grenzüberschreitenden Projekts EUMINT entwickelt wurde, bietet zahlreiche, auch unerwartete Denkanstöße, regt den Dialog an und fördert den Austausch über die gemeinsamen Werte.

Das Spiel ist in Italienisch, Deutsch und Englisch und sowohl als Brettspiel als auch als Online-Version erhältlich. Außerdem sind Tutorials zum Spiel und Videoclips über die gemeinsamen Werte auf dem YouTube-Kanal in allen drei Projektsprachen abrufbar.

Am 15. Mai fand ein Netzwerktreffen statt, bei dem Johanna Mitterhofer von EURAC Research zum Thema Integration und Migration in Südtirol referierte. Johanna Mitterhofer, die seit 2013 bei EURAC Research arbeitet, forscht auf folgenden Gebieten: "Zweite Generation in Südtirol", "Integration der Migranten in den Gemeinden" und "Kulturelles Erbe in pluriethnischen Kontexten".

Ein zweites Treffen fand am 1. Dezember statt; die Teilnehmer*innen hatten die Gelegenheit, Vereine und Organisationen kennenzulernen, die mit ihren Projekten und Diensten die Begegnung zwischen neuen und alten Mitbürger*innen unterstützen und den interkulturellen Dialog fördern.

Präsentationen: